Stress und Hektik trüben den Blick
Dieses Phänomen ist aus dem Büroalltag bekannt: Müde, gereizte und
brennende Augen. Das "Computer Vision Syndrom" (CVS) tritt bei
ununterbrochener Arbeit am Bildschirm auf und erhöht die Anspannung
der inneren Augenmuskeln. Dadurch kommt es zu einer
Mangeldurchblutung und die Umstellung von Nah- auf Fernsicht
verlangsamt sich. Dies wirkt sich auch auf die Nutzung des
Smartphones aus, das aufgrund seiner geringen Größe einen schnellen
Perspektivwechsel erfordert.
Als zweite bekannte Ursache für gereizte Augen gilt das "Office-Eye"-Syndrom. Auslöser ist die pausenlose Wanderung des Blicks zwischen Computerbildschirm, Unterlagen, Telefondisplay und Notizen. Das Auge muss sich zwischen 4.000 und 17.000-mal pro Tag an verschiedene Helligkeitsniveaus und Sehentfernungen anpassen. Smartphones verstärken diese Anstrengung noch. "Allzeitige Erreichbarkeit verkürzt natürliche Erholungsphasen, wie das Mittagessen oder die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln", sagt Grunwald. "Zudem führt das Entziffern der Bildschirminhalte auf den kleinen Geräten oft zu ungesunder Körperhaltung."
Augenkur für zwischendurchy
Der einfachste Weg, seinen Augen etwas Gutes zu tun, ist bewusstes
Zwinkern. "Viele vergessen beim konzentrierten Arbeiten regelrecht zu
blinzeln. Die Zahl der Augenaufschläge nimmt von mehr als 20 auf nur
noch ein- bis zweimal ab", warnt Grunwald. "Nach längeren
Arbeitsphasen lohnt es sich daher, mehrfach hintereinander etwa
zehnmal zu zwinkern, um die Augen zu befeuchten und den Blick
aufzufrischen."
Eine gute Übung für zwischendurch ist auch das Augendrehen. Es entspannt die Muskulatur und fördert die Durchblutung. Sogar gezieltes Gähnen trägt zur Entspannung bei. "Die Gesichtsmuskulatur um die Augen wird beim Gähnen an- und wieder entspannt. Dabei tritt meist etwas Tränenflüssigkeit ins Auge, die durch Lidschläge verteilt werden kann und so für die nötige Feuchte sorgt", so Grunwald. Die Augen für einige Sekunden zu schließen oder den Blick in die Ferne schweifen zu lassen, verhilft den Augen ebenfalls zu einer angenehmen Ruhephase.
Tipps bei häufigen Beschwerden
Wer berufsbedingt häufig mit mobilen Geräten unterwegs ist, sollte
bei auftretenden Beschwerden umgehend seinen Augenarzt verständigen.
Möglicherweise lässt sich mit einem speziellen Sehtraining oder einer
Brille für die Bildschirmarbeit unkompliziert Abhilfe schaffen. Aus
ergonomischer Sicht bieten sich zudem Headsets an. So lassen sich
Verspannung vermeiden, die durch das Einklemmen des Smartphones
zwischen Schulter und Ohr hervorgerufen werden.
