Hauptargument der Kliniken für das Verbot: Mobiltelefone könnten empfindliche Geräte der Intensivmedizin beeinflussen. Sie erklärten kurzerhand das gesamte Gelände zur handyfreien Zone. Aus Sicht der Netzbetreiber eine fragwürdige Maßnahme, die über das eigentliche Ziel hinausgeht. Denn bereits seit Beginn des Mobilfunkzeitalters 1993 werden Funkfeststationen auch auf Klinikdächern installiert. Nun widerlegten mehrere Studien aus Großbritannien und den Niederlanden die technischen Bedenken. "Mobiltelefone beeinflussen sensible medizinische Geräte ab einem bestimmten Abstand nicht mehr, so dass das Telefonieren außerhalb von Operationssälen und Intensivbereichen im Krankenhaus möglich ist", unterstreicht Dr. Dietmar Gerhardt, Umweltexperte beim Mobilfunkanbieter E-Plus, die Studienergebnisse. Gerhardt weiter: "Auch Funkfeststationen auf Klinikdächern haben keinen Einfluss, da die Sendeleistung zu gering und der Abstand zu medizinischen Bereichen groß genug ist." Patienten und Besucher dürften sich ohnehin über das Verbot gewundert haben. Denn seit vielen Jahren greift auch das Klinikpersonal auf schnurlose DECT-Telefone, Handys oder Pager als Kommunikationsmittel zurück - ohne Auswirkungen auf medizinische Gerätschaften.
Nun erlauben viele Kliniken die Handynutzung. Positiv für Patienten: Sie gewinnen mehr Mobilität im Klinikalltag, eine wichtige soziale Komponente im Heilungsprozess. Überdies sparen Patienten - je nach Länge des Klinikaufenthalts - viel Geld.



















