Das Handy sieht fast noch aus wie neu, nur der Akku macht schlapp und hält nicht einmal mehr 2 Tage. Wohl jeder kennt
diese Problematik. Deswegen gleich ein neues Handy zu kaufen, ist kaum ratsam. Ein neuer Akku reicht im Grunde auch.
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Warum der Akku versagt - Memory Effekt?
Angeblich haben Lithium-Ionen-Akkus keinen Memory-Effekt und doch geht ihnen nach 1-2 Jahren die Puste aus.
Dass die in Handys, Smartphones und auch Laptops eingesetzten Lithium-Ionen Akkus keinen Memory-Effekt haben, ist durchaus
korrekt, doch dies ist ein genau definiertes technisches Phänomen. Es ändert nichts an der Tatsache, dass diese
Akkus nach rund 1000 Ladezyklen oder einer nicht-optimalen Lagerung dennoch an Leistung verlieren. Nur eben aus
einem anderen chemischen Grund, weshalb man dann nicht mehr von einem "Memory-Effekt" spricht.
Haltbarkeit und Lebensdauer
Lithium-Ionen-Akkus haben theoretisch eine unbegrenzte Lebensdauer, WENN man sie nicht lädt und unter optimalen
klimatischen Verhältnissen lagert. Der Ladezustand sollte dabei von 55% - 75% liegen und die Temperatur bei 15°C.
Kein Handy lässt sich so verwenden. Am Körper getragen, liegt die Temperatur viel höher und das Ladegerät lädt stets
solange, bis der Akku wieder voll ist. Mehr als 1000 Ladevorgänge macht ein normaler Handyakku nicht mit.
Hinzu kommt, dass die üblicherweise eingesetzten Ladegräte für die Masse produziert werden und nur seltenst auf
einen bestimmten Akku ausgerichtet sind. Lithium-Ionen-Akkus sollten mit 4,2 Volt geladen werden. Ladegeräte, die
5 Volt abgeben, sind aber günstiger herzustellen. Auch ist ein Ladestrom von 550 mAh für einen Smartphone-Akku mit
1080 mAh nicht ausreichend (optimal wären hier 800-1000 mAh). Würden die Handyhersteller hierauf aber eingehen,
müssten sie praktisch für jeden neuen Akku auch ein eigenes Ladegerät entwickeln.
So kommt es also, dass die chemischen Prozesse im Akku eben jenen mit der Zeit selbst zerstören und nach spätestens
2 Jahren des regelmäßigen Gebrauchs ein neuer fällig wird.
Original, Fremdmarke oder Billigprodukt?
Jede dieser 3 Möglichkeiten kann funktionieren und zum gewünschten Erfolg führen.
Beim teuren Akku des Original-Herstellers zahlt man den höchsten Preis, hat dafür aber auch eine gewissen Garantie.
Von allzu billigen Noname-Produkten oder gar Flohmarkt-Abenteuern sollte man aber auch gleich die Finger lassen.
Die Gefahr besteht nicht nur darin, dass man einen evtl. veralteten und nicht mehr funktionstüchtigen Akku erhält,
sondern vor allem in der Sicherheit: Was in Deutschland mit einem CE-Kennzeichen verkauft wird, hat ein gewisses
Mindestmaß an Sicherheitsprüfungen absolviert. Fehlt dieses Zeichen, stammt der Artikel vermutlich aus einem
Billiglohnland und hat keinerlei Qualitätsprüfungen hinter sich. Insbesondere bei Überladungen kann es dann
zu Überhitzungen kommen, bei denen im günstigsten Fall nur der Akku beschädigt wird (Brandgefahr!).
Eine Alternative bieten Firmen wie Hama oder Conrad, die unter eigenem Namen günstige, aber eben dennoch
geprüfte Produkte verkaufen.
Mehr oder weniger Leistung?
Handelt es sich bei einem Ersatzakku nicht um den Originalakku des Herstellers, wird aber für ein bestimmtes
Gerät angeboten, so muss dieser Akku nicht auch unbedingt die gleiche Leistung bieten. Zwar stimmen in diesem
Fall die Größe und die Spannung (Volt), aber nicht unbedingt auch die Stromstärke (Ampere). Zunächst sollte
man auf dem alten Akku nachlesen, wieviel Ampere (Abkürzung "A" oder "mA") dieser hatte. Weniger Ampere als das
Original darf der neue Akku nicht haben. Ein bisschen mehr kann hingegen nicht schaden, denn das Handy holt sich
automatisch immer das, was es gerade braucht. Eine höhere Stromstärke ist stattdessen fast immer mit
mehr Leistung, also einer längeren Entladungszeit verbunden.
