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Es ist schön, dass einer die Gedanken von uns allen in Worte fasst. Schade nur, dass die Griechen diesen wunderbaren Artikel wohl nie lesen werden.
Fein, nun müssen die EU-Länder nicht mehr direkt die Schulden der Griechen übernehmen - das macht nun der Internationale Währungsfonds. Coole Sache. Und wie bekommt der sein Geld? Ach! Ja nee! Der druckt sich das selbst!?
Eine andere Überlegung: Wenn unsereins pleite ist, kann er ins Pfandhaus gehen und bekommt da Geld. So machen das die Griechen auch. Aber wir müssen unser Hab und Gut dort belassen, damit wir im Gegenzug ein bissel Bares bekommen. Bei den Griechen reicht offensichtlich ein feuchtes "Ja, wir wollen uns auch bessern". Garantien? Keine.
Liebe Frau Merkel, ganz im Ernst: Wenn die Griechen ihre Schulden nicht zurückzahlen können (und danach sieht es aus), was bekommen wir dann für unsere Steuergelder? Welche Inseln sind dann unsere?
Wir leben in einem Land in dem die Leute genug Geld haben um Bücher von Dieter Bohlen zu lesen, sich Fähnchen an die Autos zu clipsen und um für den Liter Sprit 1,50 EUR zu bezahlen. Wir ham was zu essen, wir ham ein Dach überm Kopf. Wir ham Strom, wir ham Wasser, es haben wieder mehr eine Arbeit.
Wir sind Verpflichtungen eingegangen, und daran haben wir uns zu halten. Zumal dieses Volk doch am lautesten um Hilfe schreien würde, wäre es in der Situation der Griechen. Was meint ihr wie sehr bei denen der Gedanke "Was machen die eigentlich mit unseren Steuergeldern" angebracht ist - jedenfalls um einiges mehr als bei uns.
Das ist das gleiche Geplärre wie damals bei der Finanzkrise und den Bankenrettungen - Das Geld ist nicht weg, denkt mal darüber nach! Im Gegenteil, der Staat verdient an den Banken, wie jüngste Quartalszahlen beweisen.
Außerdem: Sieht man wirklich keine Perspektive oder Sicherheiten, wird ja tatsächlich nein gesagt. Beispiel gefällig? Opel.
Zitat: Wir ham was zu essen, wir ham ein Dach überm Kopf. Wir ham Strom, wir ham Wasser, es haben wieder mehr eine Arbeit.
Die Griechen etwa nicht?!
Zitat: Wir sind Verpflichtungen eingegangen, und daran haben wir uns zu halten.
Es gab keine Verpflichtung, für andere EU-Staaten einzuspringen. Ganz im Gegenteil gab es sogar die ausdrückliche Regelung, dass ein EU-Staat eben NICHT in solchen Fällen für einen anderen Geld locker machen darf.
Zitat: Das ist das gleiche Geplärre wie damals bei der Finanzkrise und den Bankenrettungen
Leider auch falsch. Bei der Bankenrettung ging es lediglich um Bürgschaften. Also Geld, dass gar nicht geflossen ist und (wahrscheinlich) auch nicht fließen wird. Es war lediglich eine Sicherheit für die Banken, gesehen haben die allermeisten Banken keinen Cent. Griechenland hingegen bekommt unsere Kohle definitiv.
Zitat: Sieht man wirklich keine Perspektive oder Sicherheiten, wird ja tatsächlich nein gesagt. Beispiel gefällig? Opel.
Da hast du leider nur die Hälfte mitbekommen. Brüderle hat die Hilfen abgelehnt, das ist richtig. Das war aber keine Entscheidung, sondern eine Meinung. Nur ein paar Stunden später hat Merkel das ganze schon wieder dementiert. Eine Entscheidung ist da noch lange nicht gefallen.
Du hast Recht - die Griechen sind auch versorgt. Aber, und jetzt kommt eine persönliche Interpretation der europäischen Union meinerseits:
EU-Länder sind für Deutschland keine Konkurrenz. Es sind keine Wirtschaftsgegner, es sind nicht einfach andere Nationen. Es sind unsere Partner. Partnern hilft man wenn man kann, fertig aus.
Ich finde es toll, dass man von Portugal nach Griechenland fahren kann ohne seinen Pass zu zeigen, dass man mit dem gleichen Geld bezahlen kann - und das auf einem Kontinent auf dem man sich vor 65 Jahren die Hucke zusammengeballert hat. Das ist eine begrüßenswerte Entwicklung. Ich träume von einem Europa, in dem es kein Deutschland mehr gibt, auch kein Frankreich, kein Spanien, kein Polen, kein Österreich kein Griechenland - sondern einfach nur Europa. Auch wenn ich bezweifle dass meine Generation das erleben wird.
Es ist sehr wohl Geld geflossen, z.B. bei der Commerzbank und diversen Landesbanken.
Bez. Opel: Ich glaube weiterhin dass es bei einem Nein bleibt. Auf Länderebene sieht das vielleicht anders aus.
Zitat: Es ist sehr wohl Geld geflossen, z.B. bei der Commerzbank und diversen Landesbanken.
Sorry, das ist in der Tat richtig. Allerdings muss man dazu sagen, dass das Geld vom deutschen Staat an deutsche Unternehmen geflossen ist. Nach meiner persönlichen Einschätzung kann dieses Geld mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit zurückgezahlt werden, als das Geld, was wir nach Griechenland schicken. Selbst, wenn es nicht zurückgezahlt werden würde, so käme es zumindest indirekt dem hiesigen Steuerzahler zugute. Denn wer durch Subventionen am Leben gehalten wird, braucht nicht noch zusätzlich Sozialleistungen.
Intererssant finde ich deinen Ansatz, die EU-Länder seien keine Konkurrenz, sondern Partner. So war es auch das Ziel der EU. Wünschenswert finde ich das ebenso. Aber ist das tatsächlich so? Jeder Staat versucht das Geld bei sich zu behalten. Jeder Staat hat eigene Gesetze. Und es gibt kaum Möglichkeiten, in die Handlungen der anderen einzugreifen.
Bestes Beispiel Griechenland:
Rente mit 55, Subventionen noch und nöcher, Korruption wird ganz öffentlich geduldet und der Haushalt ist weitaus maroder als unserer. Wenn das unser "Partner" sein soll, für den wir einstehen sollen, dann müssen wir eine Möglichkeit haben, solche Missstände zu beeinflussen. Diese Möglichkeit haben wir aber nicht. Stattdessen sollen wir aber die Schulden (mit-)bezahlen, die dieses Land ohne uns gemacht hat.
Wir haben uns auf die EU eingelassen und als Wirtschaftsmacht finde ich sie auch überaus sinnvoll. Was mich an der Sache mit Griechenland stört, sind 3 Faktoren:
1) Die Griechen haben ihre Bilanzen gefälscht, damit sie überhaupt in die EU aufgenommen werden. Sowas nenne ich Betrug.
2) Die Griechen haben die EU-Vorgaben zur Neuverschuldung nicht eingehalten, obwohl sie die vorher kannten. Sowas nenne ich Pech - aber nicht meines.
3) Zudem gibt es ein klares EU-Gesetz, das es den Mitgliedsstaaten verbietet, für andere EU-Staaten einzuspringen. Sonst wäre auch Deutschland wohl kaum EU-Staat geworden.
Und warum müssen wir nun zahlen, weil ein anderer erst betrogen hat und dann ohne unsere Mitschuld ins Klo gegriffen hat? Gut - die Antwort lautet, dass wir sonst auch darunter leiden würden, weil Griechenland die EU und den Euro mit nach unten ziehen würde. Insofern ist das ganze sicherlich politisch korrekt, aber immer noch nicht gerecht.
Nee, was mich eigentlich ärgert, ist die Art, wie mit unserem Geld umgegangen wird. Will mein Nachbar von mir Geld haben, dann kann er es gerne bekommen, WENN ich dafür eine Sicherheit habe. Ob ich dafür nun sein iPhone, seinen Aufsitzrasenmäher oder seine Freundin bekomme - Ich bin derjenige, der die Bedingungen stellt. Unsere Bundesregierung hingegen stellt so gut wie keine Bedingungen, verfügt aber über Geld, das dem Steuerzahler gehört.
Die Problematik dass ein Bürger mit der Mittelverwendung nicht einverstanden ist besteht natürlich immer. Klaro kann ich deine Meinung nachvollziehen. Nenn es überkritisch, aber mich stören nicht mal die Hilfen für Griechenland. Mich stören Eurofighter die zu teuer sind, Militärtransporter die man selbst entwickelt anstatt verfügbares Material zu kaufen, Kampfpanzer die sowieso nicht benutzt werden (Gott sei Dank), dass jeder Politiker mit nem 7er rumgefahren wird, dass die ganze Welt für ein Fußballspiel still steht - Das kostet uns im Jahr weitaus mehr Geld. Aber dagegen wettert niemand. Niemand hinterfragt die Bundeswehr, die Politikergehälter, die Staatsausgaben im Inneren. Man hört immer nur "Soviel Geld an Griechenland". Wir verbrennen weitaus mehr - und das jeden Monat.
Dass Griechenland in diese Lage gekommen ist und wir nun die Suppe auslöffeln müssen, findet sicher niemand wirklich lustig. Meine persönliche Meinung dazu ist radikal: EU-Rauswurf inkl. Verbot der Weiterverwendung des Euro. So und nicht anders würde man mit einem normalen Bürger verfahren, wenn er betrügt und dann in seiner eigenen Sch... ausrutscht. Zudem hätte dies auch den wohl denkbar massivsten Lernfaktor für andere Länder (einschließlich uns).
Dass sich sowas nicht umsetzen lässt, weiß ich aber auch. Dadurch würde der Euro derart geschwächt werden, dass sich das ganze Ding bald nicht mehr lohnt. Insofern muss ich unseren Politikern durchaus zugestehen, mit der Geldverschenkung zumindest eine annehmbare Schadensbegrenzung zu bewirken.
Was ich aber auf schärfste kritisiere, ist die Art WIE das Geld zum Fenster rausgeworfen wird. Insofern nochmals meine ganz zu Anfang gestellte Frage: Was haben wir, wenn Griechenland seine Monsterschulden nicht zurückzahlen kann? Welche Sicherheiten wurden für unser Geld ausgehandelt?
Gar keine. Null. Wir pusten da Milliarden an Steuergeldern ins Mittelmeer und wenns schief läuft ist das Geld futsch. Ohne jeglichen Gegenwert. Insofern klang meine Frage vielleicht lustig, war aber leider bierernst:
- 2008 3,8% Importüberschuss zugunsten Deutschlands
- Nach Regeneration ein positiver Einflussfaktor des gesamteuropäischen Wirtschaftsraums (trotz eher geringem EU-BIP-Anteil)
- Die EU kann sich den Austritt Griechenlands nicht leisten
- Fast schon lustig: Griechenland kann sich den Austritt aus der EU auch nicht leisten ^^
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Wir ham was zu essen, wir ham ein Dach überm Kopf. Wir ham Strom, wir ham Wasser, es haben wieder mehr eine Arbeit.