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Von anderen Partnern zu träumen sei normal und sogar wichtig für unser seelisches Gleichgewicht, sagt der Berliner Psychologe Frank Naumann. "Die gedankliche Beschäftigung mit den Alternativen befriedigt das Bedürfnis nach Abwechslung und hilft, die innere Balance zu finden zwischen dem gewählten Lebensweg und der Versuchung, andere Pfade einzuschlagen", so Naumann. Heißt: Wir können dem Partner und damit auch der Idealvorstellung einer monogamen Beziehung nur treu bleiben, weil wir von anderen träumen. Ähnliche Funktion haben Romane und Filme, bei denen wir in die Rolle der handelnden Personen schlüpfen.
Sobald allerdings die Schwärmerei die Form konkreter Pläne annimmt, ist Forschungsarbeit angesagt - nach den eigenen Motiven. Eine verbotene Liebe deute laut Psychologe Naumann fast immer darauf hin, dass der oder dem Entflammten in der bestehenden Beziehung etwas fehlt - manchmal ganz simpel Romantik und Aufregung. Doch Vorsicht vor der Projektionsfalle! Ein Tipp: Schreiben Sie auf, wie Sie sich die Beziehung mit dem Alternativpartner ausmalen und machen Sie anschließend einen Realitäts-Check: Wie viel wissen Sie wirklich über ihn oder sie? Und welchen Punkten ist es nur Wunschdenken?
Gehen Sie davon aus, dass der oder die vermeintlich Seelenverwandte auch nur ein Mensch mit Fehlern ist. Wer sich von einem neuen Partner die ultimative Glückseligkeit erhofft, macht sich Illusionen. Psychologe Naumann: "Es kann sein, dass es den einen gibt, der besser zu einem passt als alle anderen. Aber den eigenen Charakter nimmt man immer mit - also werden auch ähnliche Probleme auftreten." Egal, wie Sie sich letztlich entscheiden - der alte Partner, der neue oder keiner - einer Liebe sollten Sie treu bleiben: der zu sich selbst.
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