Mit ihrem Bestseller "Feuchtgebiete" hat Charlotte Roche Tabus gebrochen und sich nicht unbedingt beliebt gemacht. Manchmal kann man jemanden vom ersten Moment an nicht leiden. Das Lachen nervt, diese Mimik, die überzogenen Gesten - und schon signalisiert unser Unterbewusstsein: durchgefallen. Dumm nur, wenn es sich um die neue Freundin des Bruders handelt oder schlimmer noch, man sich künftig das Büro teilen muss. Doch spontane Antipathie ist kein Schicksal. Menschen, die wir sofort ablehnen, berühren etwas in unserem tiefsten Inneren. Vielleicht wecken sie einfach eine unangenehme Erinnerung, verkörpern etwas, was wir an uns selbst nicht mögen oder im Gegenteil, was wir uns insgeheim für uns selbst wünschen. Wer seinen Gefühlen auf die Spur kommt, kann dem neuen Gegenüber viel leichter eine echte Chance geben. Und so auf den zweiten Blick überraschend nette Seiten an dem vermeintlichen Unsympathen entdecken.
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