Mit dem Handy in Italien

Seit Juli 2009 gelten in der gesamten EU, also auch für Gespräche von und nach Italien Preisobergrenzen beim mobilen Telefonieren. Nehmen Sie Ihr eigenes Handy mit der SIM-Karte Ihres deutschen Mobilfunkanbieters mit nach Italien, so darf eine eine Gesprächsminute vom Handy nach Deutschland höchstens mit 51,17 Cent berechnet werden. Auf Ihrem Handy ankommende Gespräche dürfen maximal 22,61 Cent kosten und selbstversendete SMS sogar nur runde 13 Cent. Da die Deckelung dieser EU-Gesprächskosten in den Jahren 2010 und 2011 jeweils noch einmal reduziert wird, ist nicht wirklich damit zu rechnen, dass die Anbieter diese gesetzlichen Obergrenzen wesentlich unterschreiten werden.

Einige Ausnahmen, mit denen man durchaus noch etwas sparen kann, gibt es aber dennoch. Einige Anbieter, wie z.B. Vodafone mit seinem "Reiseversprechen" bieten spezielle Auslandstarife an, mit denen man in Italien etwas günstiger telefoniert.

Italienische Prepaid-Karten

Reisende, die sich durchaus öfter oder länger in Italien aufhalten stehen zudem die italienischen Prepaid-Karten zur Verfügung. Hiermit spart man mindestens bei den ankommenden Telefonaten und natürlich bei den Gesprächen, die Sie innerhalb Italiens führen. In einigen Fällen sind aber auch die abgehenden Telefonate nach Deutschland günstiger.

Wie in vielen anderen Ländern auch, so ist ebenso in Italien eine Identifikation des Karteninhabers nötig. Die Italiener sehen hierfür "eigentlich" eine italienische Steuernummer vor, die natürlich kaum ein ausländischer Urlauber haben dürfte. Sie können sich tatsächlich auch als Ausländer bei den Behörden eine solche "codice fiscale" besorgen, in den größeren Handyshops geht dies aber auch einfacher: Eine zwar nicht staatlich verifizierte, aber dennoch gültige "codice fiscale" kann man sich aus Namen, Wohnort und Geburtsdatum selbst generieren (Als Wohnort geben Sie nur "Germania" ein und lassen das Feld der Provinz frei). Leider kann man aber auf dieses Verfahren nicht bestehen und einen gültigen Reisepass oder Personalausweis brauchen Sie zudem, wenn Sie die selbstgenerierte Indentifikation verwenden wollen.

Die bedeutendsten Anbieter in Italien sind Wind, TIM, 3 "tre" und Vodafone Omnitel. Ähnlich wie in Deutschland gibt es auch Supermarktketten, die ihre eigenen Prepaid-Marken gegründet haben und diese über Discounter vertreiben. Auch in den Postfilialen kann man mittlerweile recht interessante Prepaid SIM-Karten erstehen.

Einmal gekauftes Guthaben auf Prepaid-Karten kann fast beliebig lang genutzt werden. Solange man mindestens einmal pro Jahr ein Anruf tätigt (aus Italien!), bleibt das Guthaben vollständig erhalten. Wer es in diesem Jahr nicht schafft, nach Italien zu kommen, dem kann es durchaus passieren, dass bei der nächsten Rückkehr nicht nur das Guthaben futsch ist, sondern auch die Karte komplett deaktiviert wurde und damit die Nummer anderweitig vergeben wurde.

Mobiles Internet

Das mobile Surfen kostet in Italien mittlerweile auch nicht mehr so viel wie früher. Der Anbieter Wind hat z.B. für Vielnutzer ein Prepaid-Angebot, bei dem man für 100 UMTS-Stunden für 15,- Euro im voraus kauft. Anstelle der Zeittarife gibt es natürlich auch Volumentarife wie z.B. 5 GByte für runde 30,- Euro. Achten Sie bei derartigen Tarifen aber darauf, in welchem Zeitraum Sie das Volumen oder die Stunden nutzen können: Auch in Italien hat man nichts zu verschenken und koppelt günstige Angebote gerne an eine Frist von einem Monat, in dem die Leistung genutzt werden muss.

Handelt es sich bei der Datennutzung nicht um einen eigenen Tarif, sondern um eine Option zu einem anderen Guthaben-Tarif, kann es Ihnen zusätzlich passieren, dass die Option monatlich verlängert wird und die Kosten dafür von Ihrem eingezahlten Guthaben abgezogen werden. Das ganze hat in solchen Fällen erst dann ein Ende, wenn Sie selbst eine Kündigung aussprechen oder Ihr Guthaben aufgebraucht ist.


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Stand: Juli 2009