Mobil telefonieren in Kambodscha

Kambodscha ist durch den Vietnamkrieg und die Roten Khmer arg gebeutelt worden und das macht sich auch heute noch stark bemerkbar. Weite Teile des Landes sind immer noch vermient, so dass Straßen und Schienen nur mit einem imensen Aufwand gebaut werden können. Das allerdings gilt auch für Telefonkabel, und so ist das Handy in Kambodscha noch weit vor Festnetz- und Internetanschlüssen das Kommunikationsmittel Nr 1. Es gibt 70 Mal mehr Handys als Festnetzanschlüsse.

Prepaid-SIM-Karten

Während alle umliegenden Länder ein nahzu paradiesisches Mobiltelefonieren ermöglichen, so ist der Spaß in Kambodscha zum einen nicht sonderlich billig, zum anderen auch komplizierter. Die bekanntesten Anbieter sind Hello, Metfone und Cellcard.

Der vormals sehr beliebte Anbieter mFone ist leider mittlerweile pleite. Vielleicht lag es an den hohen Kosten für den interplanetarischen Mobilfunk, denn mFone bot doch tatsächlich Handygespräche für 20 US-Cent/Minute in über 640 Länder an. Wenn man die rund 250 irdischen Länder abzieht, muss mFone also sprichwörtlich weitreichende Verbindungen gehabt haben.

Noch vor wenigen Jahren konnten Ausländer gar keine SIM-Karten erwerben. Den Vorstoß brachte mFone mit einem separaten Angebot samt eigener Vorwahl (099) speziell für Ausländer. Mittlerweile können aber alle Prepaid-SIM-Karten aller Anbieter von jedermann erstanden werden. Beim Kauf ist lediglich der Reisepass nötig, der vom Händler kopiert wird.

Die Preise unterscheiden sich deutlich selbst für ein und dieselbe Karte. Je nach Tuk-Tuk-Fahrer, Position des Verkäufers oder dessen ebenso schwankenden Einkaufspreisen kostet eine SIM-Karte ohne Guthaben zwischen 2 und 10 Dollar. In Gegenwart einer nicht mitverdienenden kambodschanischen Begleitung tun sich bei allen Anbietern recht schnell Angebote von 5 Dollar inkl. 2-3 Dollar Gesprächsguthaben auf.

Alle Prepaid-Karten verfallen spätestens, wenn sie 3 Monate lang nicht benutzt werden.

Tarife

Die Tarife selbst sind eher verwirrend und richten sich nach einzelnen(!) Handynetzen, Wochentagen und Uhrzeiten. Mit rund 10 US-Cent/Minute kann man aber fast mit allen Prepaid-Karten innerhalb Kambodschas telefonieren. Aus Deutschland ist man per Call-by-Call für recht günstige 5 Cent/Minute erreichbar. Für abgehende Auslandsgespräche werden meist 20 US-Cent pro Minute berechnet. Eine SMS ins Ausland schlägt mit 10 US-Cent zu Buche.

Roaming

Noch bis vor wenigen Jahren gab es hier massive Schwierigkeiten, einen passenden Roaming-Partner zu finden. Mittlerweile hat sich dieses Bild geändert und es sollte kein Problem sein, überall (wenn auch zu hohen Preisen) die deutsche SIM-Karte zu benutzen. Deutsche Handys funktionieren übrigens wunderbar im Land der Khmer, denn auch dort werden die GSM-Frequenzen um 900 und 1800 MHz verwendet.

Mobiles Internet

Daten- oder Internetdienste per Handy suchte man bis vor knapp 2 Jahren in Kambodscha nahezu vergeblich. Noch im Jahr 2006 verbot die Regierung für einen Zeitraum von 10 Jahren sämtliche 3G- und Breitband-Dienste mit dem Ziel, die Verbreitung anstößiger Bilder und Videos zu verhindern. Im selben Jahr mit der selben Begründung wurden sogar Video-Handys verboten.

Trotz des verhängten 3G-Verbots gibt es nun aber offensichtlich doch ein Einsehen. Alle Netze haben allerorts eine recht gute Anbindung, meist sogar per UMTS (innerhalb der Nationalparks wie z.B. Angkor Wat gibt es gar keine Handyverbindungen). 1 US-Cent pro 50 kByte entsprechen aber in etwa dem deutschen Preisniveau, so dass diese Dienste wohl eher für Touristen und Wohlhabende gedacht sind. Datenflatrates gibt es für 20-30 US-Dollar pro Woche.


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Stand: Januar 2011



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