Roaming: Teuer wirds außerhalb der EU

Durch die neue Roaming-Richtlinie der Europäischen Union (EU) wird die Handynutzung im EU-Ausland günstiger. Aber: Tarife, die den neuen Preisobergrenzen entsprechen, sind nicht immer das günstigste Angebot. Mit Datenpakete für Reisen ins EU-Ausland sparen Verbraucher je nach Nutzungsverhalten z. B. bis zu 83 Prozent der Kosten fürs mobile Surfen.

Tarife nach den neuen EU-Vorgaben sind nicht immer die günstigste Wahl für den Kunden. Einige Anbieter haben standardmäßig teurere Tarife für das EU-Ausland voreingestellt, so dass der Kunde vor Reiseantritt genau prüfen sollte, welche Tarifoption die günstigste ist.

Kostenfallen lauern vor allem außerhalb der EU: Für mobiles Surfen fallen Roaming-Gebühren von bis zu 19,25 Euro pro Megabyte (MB) an, Telefonie kostet bis zu 3,04 Euro/Min. Beim Telefonieren sparen Verbraucher mit Tagespässen bis zu 95 Prozent der Kosten. Verbraucher sollten daher unbedingt die Tarifoptionen ihres Mobilfunkanbieters prüfen.

Innerhalb der EU: Tarife nach neuer EU-Richtlinie nicht automatisch günstigste Wahl

Seit 30. April 2016 gelten für das europäische Ausland neue Kostenobergrenzen und Maximalaufschläge auf den Inlandstarif für Roaming. Damit werden sowohl Surfen als auch Telefonieren im EU-Ausland günstiger. Der voreingestellte Tarif entspricht bei einigen Anbietern allerdings nicht automatisch der EU-Richtlinie (BASE und O2). Dieser ist aber auch nicht immer die günstigste Wahl.

Wer seine Handynutzung im Ausland nicht auf ein Minimum begrenzt, telefoniert und surft trotz neuer EU-regulierter Tarife mit Tages- oder Wochenpässen in der Regel am günstigsten.

O2-Kunden, die auf Reisen innerhalb der EU überall mobiles Internet nutzen wollen und dabei 50 MB pro Tag verbrauchen zahlen z. B. mit dem EU-regulierten Tarif "Roaming Basic" 11,50 Euro (0,23 Euro/MB). Bleibt der Verbraucher dagegen im voreingestellten Tarif "O2 Travel Day Pack & Reise Option" kostet das gleiche Datenvolumen 1,99 Euro pro Tag. Hier ist die voreingestellte Option 83 Prozent günstiger als der EU-regulierte Tarif. Auch wenn der voreingestellte Tarif den Vorgaben der EU entspricht, können buchbare Optionen je nach Nutzungsverhalten weniger kosten.

Außerhalb der EU: Tagespässe sparen Verbrauchern bis zu 95 Prozent der Telefonkosten

Außerhalb der EU sind die Preise für Roaming nicht reguliert. Anrufe aus der Schweiz, Ägypten, Thailand oder Tunesien nach Deutschland kosten bis zu 3,04 Euro pro Minute, ein MB Datenvolumen bis zu 19,25 Euro. Ein Vergleich der Tarifoptionen lohnt daher besonders bei Reisen außerhalb der EU.

Ein Türkei-Urlauber, der für 30 Minuten nach Deutschland telefoniert, zahlt bei Vodafone in der Voreinstellung "Vodafone World" 58,20 Euro (1,94 Euro/Min.). Mit der alternativen Option "EasyTravel Tag" kostet das Telefonat nur 2,99 Euro (50 Min./Tag inklusive). Eine Ersparnis von 95 Prozent.

Für das mobile Surfen gilt: Egal ob Verbraucher im voreingestellten Tarif oder mit einer gebuchten Option surfen, die Kosten für die Internetnutzung sind durch einen "Kostenairbag" weltweit auf maximal 59,50 Euro begrenzt, sofern nichts anderes mit dem Mobilfunkbetreiber vereinbart wurde.

Auslandsoptionen: bei der Tarifwahl auf die Laufzeit achten

Verbraucher sollten bei der Tarifwahl darauf achten, welche Laufzeit die Auslandsoption ihres Mobilfunkanbieters hat. Pakete mit monatlicher Zahlweise und längeren Laufzeiten lohnen sich nur für Reisende die regelmäßig für längere Zeit im Ausland ihr Smartphone nutzen. Für Normalurlauber sind häufig Tages- oder Wochenpässe die günstigste Alternative.

In der Vodafone-Option "EasyTravel Tag" können Urlauber beispielsweise für 2,99 Euro pro Tag im EU-Ausland, der Schweiz oder in der Türkei bis zu 500 Minuten telefonieren und ihre Datenflat aus dem Inlandstarif ohne zusätzliche Kosten nutzen.

Tipps zur Kostenkontrolle: vorab informieren und WLAN nutzen

Nutzer, die im Urlaub mobil surfen, gehen auf Nummer sicher, wenn sie automatische Updates ihres Smartphones und der installierten Apps deaktivieren und möglichst WLAN vor Ort nutzen. Hierbei sollten allerdings keine sensiblen Daten wie Kreditkartennummern oder Bankdaten eingegeben werden, da die Informationen im WLAN leicht ausgespäht werden können. Außerdem sollten Kunden darauf achten, dass im EU-Ausland auch das Inklusivvolumen des Inlandstarifs aufgebraucht wird.

Zur besseren Kostenkontrolle sollten Reisende z. B. über das WLAN im Hotel Messaging-Apps und Internettelefonie verwenden. Bei längeren Aufenthalten lohnen sich Prepaidkarten lokaler Anbieter.


Quelle: CHECK24 Vergleichsportal
1.6.2016



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