Specials:Handy im Ausland

Vorsicht Abzocke: Tricksereien mit Roaming-Paketen

Es ist wieder soweit: Die Hauptreisezeit beginnt und schon überschlagen sich alle Mobilfunkanbieter mit neuen Tarifen, die ja so viel günstiger sind, als die bisherigen. Man könnte fast denken, unsere Netzbetreiber und Discounter würden ihre barmherzige Seite zeigen und uns etwas Gutes tun wollen.

Was dabei oft vergessen wird, ist eine EU-Verordnung, die diese Preissenkungen für alle Netzbetreiber innerhalb der Europäischen Union vorschreibt. So gesehen sind es also gar nicht die Mobilfunkanbieter, die uns etwas Gutes tun, sondern die EU. Die Netzanbieter müssen sich schlicht daran halten.

Als im August 2008 die Preise erstmalig gesenkt werden mussten, war dieses Verhalten bereits zu erkennen: Fast alle Netzbetreiber senkten die Preise und schienen dem Kunden glaubhaft machen zu wollen, dass nur sie allein jetzt besonders günstig seien. Die nächsten Zwangs-Preisanpassungen folgten jeweils im Juli 2009 und 2010. Auch im Juli 2011 gibt es erneut einen weiteren Preisrutsch und das Spiel ist wieder das gleiche. An allen Ecken und Enden werden neue Roaming-Tarife in den Himmel gelobt. Es mutet dabei schon ein wenig scheinheilig an, dass man bei jedem Anbieter das Gefühl bekommt, nur er allein wäre nun der günstigste in der ganzen EU.

Höchstpreise per Gesetz

Eine Gesprächsminute aus dem EU-Ausland nach Deutschland darf bis Ende Juni 2011 allerhöchstens 46,41 Cent kosten. Ab dem 1. Juli 2011 sind es nur noch 41,65 Cent. Für ankommende Gespräche im Ausland sinkt der maximale Minutenpreis von 17,85 Cent auf 13,09 Cent. Pro gesendeter SMS gilt stets der Preis von höchstens 13,09 Cent.

Der Trick mit den Paketen

So gut die EU-Verordnung mit Ihrer Preisregulierung für den Endkunden sein mag, so entscheidender ist jedoch ein wesentlicher Haken an eben jener Verordnung: Sie gilt praktisch nur für die Standardtarife aber ausdrücklich nicht mehr, wenn abweichende Auslandstarife vereinbart wurden. Wer also ein normalen Handytarif bei einem beliebigen Anbieter ohne irgendwelche Auslandsoptionen hat, profitiert automatisch von der EU-Verordnung.

Jene Kunden aber, die sich Auslandstarife als zusätzliche Option oder als Paket hinzugebucht haben, sind von der Preisregulierung nicht betroffen. Kaum verwunderlich also, dass einige Mobilfunkanbieter alljährlich kurz vor Inkrafttreten der nächsten Preisstufe (und natürlich rein zufällig zur Hauptreisezeit) mit zusätzlichen Roaming-Optionen und Roaming-Paketen werben. Kunden, die hierauf spekulieren, sollten zuvor unbedingt prüfen, welche effektiven Minutenpreise sie mit diesen Optionen bezahlen und welche ohnehin zum 1. Juli 2011 in Kraft treten.


le
2.6.2011

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