Internetverträge ohne Datenlimit bis zu 185 Euro/Jahr günstiger als Drosseltarife

Am Mobilfunkmarkt sind Tarife mit Datendrosselung Standard: Nach Verbrauch eines Datenvolumens sinkt die Surfgeschwindigkeit. Im Festnetz haben sich die Drosseltarife nicht flächendeckend durchgesetzt. Als die Telekom 2013 versuchte, für alle Tarife Datenbegrenzungen einzuführen, erntete sie heftige Kritik und stellte das Vorhaben nach wenigen Monaten wieder ein. Aktuell bieten nur drei Internetprovider Tarife mit Datendrossel an. Gut so, denn oft sind Internettarife ohne Datenlimit günstiger als Verträge mit Drosselung. Verbraucher sparen mit dem Wechsel zu Angeboten ohne Begrenzung der Surfgeschwindigkeit je nach Region bis zu 185 Euro im Jahr.

Nur für Intensivnutzer (mind. 200 MBit/s, mehr als 1.000 GB Volumen p. M.) kann unbegrenztes Surfen teuer werden: Ohne Geschwindigkeitsbremse kostet derselbe Tarif beim identischen Anbieter in bestimmten Regionen bis zu 103 Prozent mehr als der Drosseltarif.

In gedrosselten Verträgen reduzieren Internetanbieter die Download-Geschwindigkeit für den Rest des Monats deutlich, sobald das enthaltene Datenvolumen überschritten wird. Im Extremfall sinkt die Downloadgeschwindigkeit so stark, dass Streaming von HD-Videos nicht mehr möglich ist.

Nur wenige Tarife mit Datendrosselung

Anders als bei Handyverträgen hat sich die Drosselung der Geschwindigkeit bei Internetanschlüssen zu Hause nicht durchgesetzt. Aktuell stattet nur O2 alle seine Internettarife mit einer Begrenzung des Datenvolumens aus, allerdings wird diese erst aktiviert, wenn der Nutzer in drei aufeinanderfolgenden Monaten das vereinbarte Volumen überschritten hat. Daneben bieten 1&1 und Vodafone Kabel Deutschland Verträge, bei denen nach 100 bzw. 1.000 genutzten Gigabyte (GB) im Monat auf eine niedrigere Surfgeschwindigkeit reduziert wird. Provider werben damit, durch Drosselung ihre Tarife günstiger anbieten zu können.

Doch gedrosselte Tarife lohnen sich für die Wenigsten: Je nach Region gibt es meist einen ungedrosselten Tarif eines anderen Anbieters, der bis zu 185 Euro im Jahr (-45 Prozent) günstiger ist. Da einige Anbieter unlimitierter Tarife nicht bundesweit agieren, lohnt sich in jedem Fall ein Vergleich und Verfügbarkeitscheck der Angebote.

Nur Intensivnutzer zahlen je nach Region bis zu 103 Prozent Aufschlag für unbegrenztes Surfen

Für Normalverbraucher ist unbegrenztes Surfen mit dem richtigen Tarif verhältnismäßig günstig. Nur Intensivnutzer, die sehr schnell surfen (mind. 200 MBit/s) und zusätzlich mehr als 1.000 GB Daten pro Monat herunterladen, müssen für die dauerhafte Aufhebung der Geschwindigkeitsbremse in bestimmten Regionen tief in die Tasche greifen: Vodafone Kabel Deutschland bietet seine Tarife mit 200 MBit/s oder mehr mit Datendrosselung an. Da kein DSL-Anbieter diese Geschwindigkeiten liefern kann und je Region immer nur ein Anbieter im Kabelnetz zur Verfügung steht, können Verbraucher zu keinem günstigeren Anbieter mit vergleichbaren Leistungen wechseln. Für die Aufhebung der Geschwindigkeitsbremse verlangt Vodafone Kabel Deutschland bis zu 103 Prozent bzw. 305 Euro mehr pro Jahr.

Nach Drosselung: Filmdownload dauert fünf Stunden statt sechs Minuten

Sobald das monatliche Inklusivvolumen eines Drosseltarifs aufgebraucht ist, senken die Anbieter die Surfgeschwindigkeit deutlich. Im drastischsten Fall sogar auf nur einen MBit/s. Mit dieser Geschwindigkeit ist das Streamen von Videos in hoher Auflösung nicht mehr möglich. Im großzügigsten Fall können Verbraucher nach der Drosselung noch immer mit verhältnismäßig schnellen zehn MBit/s surfen.

Der Download eines 4,5 GB großen Films dauert mit 16 MBit/s vor der Drosselung etwa 38 Minuten, danach (ein MBit/s) zehn Stunden. Im Extremfall verlängert sich die Downloadzeit von sechs Minuten auf fünf Stunden. Spiele-Downloads dauern nach der Drosselung bei allen Anbietern mehrere Stunden, teilweise Tage.


Quelle: CHECK24 Vergleichsportal



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