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Augenwischerei: Prepaid-Handys gibt es nicht!

Es gibt subventionierte Handys, die man zusammen mit einem 1- oder 2-jährigen Handyvertrag bekommt. Der Vertrag ist teuer, die Laufzeit lang und so bezahlt man das vermeintlich günstige Handy eben doch über den Vertrag. Und es gibt die Handys, die man sich wie einen Toaster oder DVD-Player als reine Hardware ohne Vertragsbindung kauft. Also jene, in die man nach Belieben eigene SIM-Karten aller möglicher Anbieter stecken darf. Ohne SIM-Lock. Den Handyvertrag sucht man sich dann selbst aus und landet wegen der günstigen Tarife meist bei Handy-Discountern.

Aber was sind dann diese "Prepaid-Handys"?

Seit einiger Zeit werben Mobilfunkanbieter und vor allem Händler mit dem, was es eigentlich gar nicht gibt: Prepaid-Handys. Gemeint ist eigentlich nichts anderes, als ein Handy in Kombination mit einem Prepaid-Vertrag. Also ein Handy, dass man sich auch woanders kaufen könnte - zusammen mit einem Prepaid-Vertrag, den man zu gleichen Konditionen auch ohne das Handy bekäme.

Der Kniff ist dabei ganz simpel: Man legt zu einen Prepaid-Vertrag gleich noch einmal ein günstiges Handy oben drauf und schon ist das künstliche Werbe-Konstrukt fertig. Der Verkäufer verdient also an seinem Prepaid-Tarif das gleiche, wie sonst auch. Zusätzlich macht er aber den Gewinn aus dem Verkauf des Handys, das sich der Kunde sonst womöglich woanders kaufen würde.

Prepaid-Handys sind selten günstiger als im Einzelkauf

Wenn man sowohl Handy als auch Prepaid-Vertrag zusammen bei einem Anbieter kauft, sollte man meinen, dass man dafür auch einen spürbaren Rabatt bekommt. Tatsächlich gehen viele Käufer blindlings davon aus, ohne dies zu hinterfragen oder Preise zu vergleichen. Die Realität sieht hingegen anders aus.

Teure Scheinwelt bei nahezu allen Anbietern

O2 bietet das Nokia 2700 classic zusammen mit dem "Tarif O2o Prepaid" für 66 Euro an. Das Handy gibt es aber für den selben Preis auch woanders.

Bei Vodafone sind die Prepaid-Handys trotz Prepaid-Vertrag oft sogar noch teurer: Das Nokia 2730 classic kostet dort in Kombination mit dem Prepaid-Vertrag "CallYa OpenEnd" stolze 99,90 Euro. Schon für weniger als 80 Euro bekäme man es einzeln bei anderen Anbietern. Den Vertrag kann man dann natürlich trotzdem bei Vodafone zum gleichen Preis haben. Übrigens: CallYa Open End kostet sowohl mit, als auch ohne Handy monatlich 99 Cent.

T-Mobile leistet sich dabei etwas ganz besonderes: Das Nokia 2330 Classic wird im Prepaid-Tarif Xtra-Nonstop zum Preis von 59,95 Euro angeboten. Den Tarif könnte man zu gleichen Bedingungen auch einzeln bekommen. Das Nokia 2330 Classic gibt es hingegen für weniger als 50 Euro zu kaufen. Nicht nur, dass es offensichtlich keinen Rabatt auf das Handy gibt, bei T-Mobile hat es sogar noch einen SIM-Lock. Auch das Nokia 2700 classic kostet samt SIM-Lock noch 79,95 Euro.

Auch bei den Discountern und den zahllosen Handyverkäufern sieht es ähnlich aus. Das vermeintliche Schnäppchen ist keines und der unbedarfte Kunde fällt darauf herein. Dabei wäre die Frage doch ganz einfach: Wie kann ein Handy günstiger sein, wenn ein gänzlich unverbindlicher Vertrag gar nicht genutzt werden muss?


[le]

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