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Chaos beim kommenden Handy-TV

Die Bundesrepublik steuert beim geplanten Handy-TV auf eine digitale Spaltung zu: Während Süddeutschland auf die Übertragungstechnik für das digitale Radio DAB setzt, treiben die norddeutschen Bundesländer DVB-H voran. Die Systeme sind nicht miteinander kompatibel und die Fans im Süden und Norden Deutschlands werden unterschiedliche Geräte zum mobilen Empfang der Fußball-WM benötigen, so das Computermgazin c't.

Wer mit dem Auto von Flensburg aus in die Alpen aufbricht, findet die Medienwelt von Kiel über Hamburg bis hinter Hannover in bester Ordnung: Die Kinder schauen Fernsehen über ihr Handy oder den eingebauten TV-Empfänger im Fahrzeug. Per DVB-H, der mobilen Variante des digitalen terrestrischen Fernsehens DVB-T, kommt das Fernsehbild auf das Display. In Süddeutschland jedoch sieht man unterwegs per DMB fern, der multimedialen Variante des Digitalradios DAB. Weder Handy noch Auto-TV empfangen deren Programme - nach Passieren des Weißwurst-Äquators unterhalten nur noch CD-Player und UKW-Radio.

Die Wirren um die Handy-TV-Technik gehen auf vor langer Zeit gefällte Entscheidungen zurück, die regional in unserem Land sehr unterschiedliche Entwicklungen genommen haben. DAB als geplante digitale Ablösung des UKW-Rundfunks ist als flächendeckende Versorgung auch für schnell fahrende Autos und Züge konzipiert. DVB-T indes soll nur Ballungsgebiete versorgen und ist in der aktuellen Version nicht für Schnellfahrer optimiert. DAB ist jedoch nur in Süddeutschland gut ausgebaut, Empfangsgeräte sind aber immer noch wenig verbreitet, die Klangunterschiede gegenüber UKW kaum hörbar - und da keine UKW-Abschaltung festgeschrieben wurde, ist der Anreiz für einen Umstieg auf DAB beim Hörer gering. DVB-T-Receiver indes bringen die Fähigkeit für den Digitalempfang von Radiosendern schon mit und sind bereits deutlich weiter verbreitet als DAB-Geräte - aber Radio per DVB-T wird dennoch nur zu Testzwecken gesendet.

Eine verfahrene Situation, die sich nun beim Handy-TV wieder findet. Die einen wittern durch DMB endlich Morgenluft für DAB, die anderen favorisieren das modernere DVB-H. Den entscheidenden Gremien gelang keine Einigung auf nur ein System. So setzen sie diesmal statt auf eine politische Weichenstellung auf die "Selbstregulierung des Marktes" und lassen beide Systeme konkurrierend auf Sendung gehen. Man habe da auch keine Bedenken wegen der Anschaffungskosten für die Hörer, weil die Ersatzzyklen von Handys ja so rasant kurz seien.


Quelle: Heise Medien Gruppe

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