Rea Garvey: Ich habe keine Angst vor meiner weichen, weiblichen Seite

Der Vater spielte in seiner Kindheit nur eine Nebenrolle. Ganz anders die sieben Schwestern. "Durch meine Schwestern habe ich keine Angst vor meiner weichen, weiblichen Seite", sagt Rea Garvey im Interview mit dem Frauenmagazin EMOTION. Von den Frauen seiner Familie hat er fürs Leben gelernt: "Das hat mir den Zugang zu meinen Gefühlen erleichtert. Mein Vater kam nur zum Essen nach Hause. Er hat als Polizist schwer gearbeitet. Und musste mit 30 Jahren schon acht Kinder ernähren. Er war der Jäger, ein sehr kalter Mann", erzählt der Musiker und einzige Junge in der Familie. Nicht nur in Gefühls-, sondern auch in Outfitfragen standen die Schwestern ihm zur Seite. "Sobald ich ausgehen wollte, haben sie mir militante Stylingstipps gegeben, ständig hieß es: 'Rea, keine weißen Socken'", so der 41-Jährige.

Vielleicht war es diese weiblich dominierte Sozialisation, die den gebürtigen Iren zu einem wirklichen Frauen-Fan gemacht hat: "Der Mann, der denkt, dass er Frauen versteht, hat nichts verstanden", weiß der Vater einer Tochter. "Frauen sind viel stärker, viel tougher als Männer. Frauen ziehen die Dinge knallhart durch. Wir Männer blenden oft mit unserer harten Schale. Habt ihr uns erst mal aufgebrochen, sind wir nur noch Matsch", sagt der ehemalige Frontmann der Band Reamonn, die sich 2010 auflöste. Seitdem ist der Sänger und Gitarist als Solo-Künstler erfolgreich. Immer an seiner Seite: seine Ehefrau. "Meine Frau ist alles für mich. Sie glaubt an mich und ist meine Geschäftspartnerin. Und: Sie zieht die Notbremse, wenn ich beim Feiern meine Grenzen nicht kenne." Mit Josephine ist Garvey seit 2002 verheiratet, die Familie lebt in Limburg an der Lahn. Hier in Deutschland habe der Ire, der als Roadie und T-Shirt-Verkäufer nach Deutschland kam, gefunden, was er gesucht hat: "Ich bin hier wirklich glücklich."

Der Rock-Musiker saß während der ersten beiden Staffeln in der Jury des TV-Formats "The Voice Of Germany". Seine Teilnahme beschreibt er als einen "Tsunami". "Ich mache ja schon seit zehn Jahren Musik, aber erst seit 'The Voice' werde ich auf der Straße von jedem Taxifahrer, Bäcker und Bauarbeiter erkannt", erzählt Rea Garvey, der zur vierten Staffel als Jury-Mitglied der Casting-Show zurückkehren wird.


Quelle: EMOTION Verlag



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