Das Sony Ericsson W810i erschien Anfang 2006 als zweites großes Modell der Walkman-Handyreihe und baute den guten Ruf der Marke als Musik-Smartphone-Alternative konsequent aus. Äußerlich dem erfolgreichen K750i sehr ähnlich, unterschied es sich vor allem durch das Walkman-Branding, eine großzügigere Speicherausstattung und eine spürbar auf Musikwiedergabe zugeschnittene Software. Mitgeliefert wurden ein Stereo-Headset mit 3,5-Millimeter-Klinkenadapter sowie die PC-Software Disc2Phone, mit der sich CDs direkt auf das Handy überspielen ließen. Für viele Nutzer ersetzte das W810i in dieser Zeit den separaten MP3-Player.
Einführung
Sony Ericsson kündigte das W810i Anfang Januar 2006 an, der Marktstart in Deutschland folgte im Frühjahr desselben Jahres. Der Preis lag, wie bei vergleichbaren Mittelklasse-Handys dieser Zeit üblich, im mittleren dreistelligen Euro-Bereich. Das Gerät setzte die Walkman-Reihe fort, die zuvor mit dem W800i gestartet war, und positionierte sich klar als Musikhandy mit vollwertigen Telefonfunktionen.
| Technische Daten | Wert |
|---|---|
| Marktstart | Frühjahr 2006 |
| Abmessungen | 100 x 47 x 19 mm |
| Gewicht | 96 Gramm |
| Display | TFT, 176 x 220 Pixel, 262.144 Farben |
| Kamera | 2 Megapixel, Autofokus, 4-fach Digitalzoom |
| Akku | Sprechzeit ca. 4 Std. 43 Min., Standby ca. 276 Std. |
| Speicher | Memory Stick PRO Duo, im Lieferumfang 512 MB, erweiterbar bis 2 GB |
| Konnektivität | GSM 850/900/1800/1900, Bluetooth, Infrarot, USB |
Die Speicherausstattung war im Vergleich zum K750i deutlich großzügiger bemessen – ein klares Signal, dass beim W810i die Musikwiedergabe im Mittelpunkt stand, ohne die Telefon- und Kamerafunktionen zu vernachlässigen.
Design und Verarbeitung
Gehäuse
Das Gehäuse des W810i folgte dem klassischen Candybar-Format und ähnelte in den Abmessungen stark dem K750i. Sony Ericsson setzte auf ein robustes Kunststoffgehäuse mit charakteristischen orange-schwarzen Farbakzenten, die das Walkman-Branding optisch unterstrichen. Mit rund 96 Gramm lag das Gewicht im für die Zeit üblichen Rahmen, die Verarbeitung wirkte durchweg hochwertig und ohne störendes Spiel an den Gehäusekanten.
Tasten und Bedienung
Auf der linken Gehäuseseite befand sich eine dedizierte Walkman-Taste, die den Musikplayer unabhängig vom Hauptmenü startete – ein praktisches Detail für den schnellen Zugriff auf die Musiksammlung. Rechts saß der Kamera-Auslöser, ähnlich der Anordnung beim K750i. Diese klare Zweiteilung der Zusatztasten – Musik links, Kamera rechts – machte auf einen Blick deutlich, dass das W810i als multimediales Alltagsgerät und nicht als reines Telefon konzipiert war. Die Haupttastatur bestand aus griffigen, klar voneinander abgegrenzten Tasten mit gutem Druckpunkt, die auch die Steuerung der Musikwiedergabe (Play, Pause, Titelwechsel) über Zusatzbelegungen erlaubten.
Funktionen und Bedienkonzept
Im Zentrum des W810i stand der MP3-Player mit Mega-Bass-Funktion und Playlisten-Verwaltung, der sich sowohl über das Hauptmenü als auch über die Walkman-Taste direkt starten ließ. Eine praktische Funktion war die automatische Pause der Musikwiedergabe bei eingehenden Anrufen, die nach Gesprächsende automatisch fortgesetzt wurde. Ein spezieller Flugmodus erlaubte zudem das reine Musikhören ohne aktive Mobilfunkverbindung. Daneben bot das Gerät die für Sony-Ericsson-Handys der Zeit typischen Funktionen: einen einfachen Internetbrowser, einen E-Mail-Client, SMS und MMS sowie Instant-Messaging-Unterstützung. Über die mitgelieferte Software Disc2Phone ließen sich Audio-CDs bequem am PC digitalisieren und per USB auf das Handy übertragen. Die Playlisten-Verwaltung erlaubte es, eigene Wiedergabelisten direkt auf dem Gerät zusammenzustellen, während die Mega-Bass-Funktion den Klang der mitgelieferten Kopfhörer für kräftigere Bässe optimierte – ein Detail, das insbesondere im Vergleich zu den eher dünn klingenden Lautsprechern anderer Handys jener Zeit auffiel.
Display
Das TFT-Display maß in der Diagonale rund 1,9 Zoll und löste mit 176 x 220 Pixeln bei bis zu 262.144 Farben auf – baugleich mit dem Panel des K750i. Eine automatische Helligkeitsanpassung sorgte für eine bessere Ablesbarkeit bei wechselnden Lichtverhältnissen. Für Menüs, SMS und die Darstellung von Albumcovern im Musikplayer war die Auflösung ausreichend, an die Bildqualität heutiger Smartphone-Displays reichte sie naturgemäß nicht heran.
Kamera
Die 2-Megapixel-Kamera des W810i entsprach im Kern jener des K750i: Autofokus, 4-facher Digitalzoom sowie ein Selbstporträt-Spiegel und ein Selbstauslöser gehörten zur Ausstattung. Videos ließen sich in geringer Auflösung aufnehmen. Auch wenn die Kamera beim W810i nicht das zentrale Verkaufsargument war, bot sie im Alltag eine solide, für Schnappschüsse völlig ausreichende Bildqualität und rundete das multimediale Gesamtpaket sinnvoll ab. Wer sowohl gute Kamerafunktionen als auch Musikwiedergabe in einem einzigen Gerät suchte, ohne sich für einen der beiden Schwerpunkte entscheiden zu müssen, fand im W810i einen ausgewogenen Kompromiss, der beide Bereiche solide abdeckte.
Akku und Standby-Zeit
Herstellerangaben nannten für das D-Netz eine Sprechzeit von rund 4 Stunden 43 Minuten sowie eine Standby-Zeit von etwa 276 Stunden. Angesichts der zusätzlichen Belastung durch den Musikplayer fiel die Laufzeit damit etwas geringer aus als bei reinen Telefonie-Handys derselben Generation. Wer das W810i intensiv als MP3-Player nutzte, musste entsprechend häufiger zum Ladekabel greifen, auch wenn der Akku für einen normalen Tagesablauf aus Telefonie und moderatem Musikhören in der Regel ausreichte.
| Kerndaten | Sony Ericsson W810i |
|---|---|
| Erscheinungsjahr | 2006 |
| Displaygröße | ca. 1,9 Zoll |
| Auflösung | 176 x 220 Pixel |
| Kamera | 2 MP mit Autofokus |
| Gewicht | 96 Gramm |
| Speicherkarte im Lieferumfang | 512 MB Memory Stick PRO Duo |
| Maximale Speicherkarte | 2 GB |
Konnektivität
Das W810i unterstützte Quad-Band-GSM (850/900/1800/1900 MHz) und war damit auch international einsetzbar. Für die mobile Datenübertragung standen GPRS der Klasse 10 sowie EDGE zur Verfügung. Bluetooth ermöglichte die kabellose Kopplung mit Freisprecheinrichtungen und anderen Geräten, zusätzlich war ein Infrarotanschluss vorhanden. Die Datenübertragung zum PC lief primär über das mitgelieferte USB-Kabel, das auch für die Musiksynchronisation über Disc2Phone genutzt wurde. Ein UMTS- beziehungsweise 3G-Modul besaß das W810i nicht, was angesichts der damals noch geringen Verbreitung entsprechender Netze in weiten Teilen Europas jedoch kaum als Nachteil wahrgenommen wurde.
Warum wird das Modell noch heute gesucht?
Das W810i profitiert bis heute vom Ruf der Walkman-Marke, die für eine ganze Generation von Handynutzern gleichbedeutend mit mobiler Musik war, bevor der iPod und spätere Smartphones diese Rolle übernahmen. Die Kombination aus großzügigem Speicher, dediziertem Musikplayer und solider Telefonfunktion macht das Gerät zu einem gefragten Sammlerstück für alle, die sich an die Zeit vor Streaming-Diensten erinnern. Auch als Beispiel für die kurze, aber einflussreiche Phase der Musikhandys zwischen einfachen Feature-Phones und dem iPhone besitzt das W810i historischen Wert und wird entsprechend häufig in Rückblicken auf die Handygeschichte der 2000er-Jahre erwähnt.
Nicht zuletzt spielt auch die Verarbeitungsqualität eine Rolle: Viele Exemplare des W810i sind auch nach zwei Jahrzehnten noch funktionstüchtig, was das Gerät zu einem beliebten Wiederentdeckungsobjekt für alle macht, die ihr altes Handy aus einer Schublade hervorholen und feststellen, dass es noch immer einschaltet. Diese Langlebigkeit, kombiniert mit dem klaren Markenversprechen „Walkman“, sorgt dafür, dass das W810i in Suchanfragen zu klassischen Musikhandys regelmäßig auftaucht.
Fazit
Das Sony Ericsson W810i verband 2006 solide Telefonfunktionen mit einem für seine Zeit außergewöhnlich guten Musikerlebnis. Die dedizierte Walkman-Taste, der großzügige Speicherplatz und die durchdachte Softwareintegration mit Disc2Phone machten es zu einer ernstzunehmenden Alternative zu eigenständigen MP3-Playern. Kamera und Display entsprachen dem soliden Mittelklasse-Standard der Zeit, ohne herauszustechen. In der Summe bleibt das W810i ein prägendes Beispiel dafür, wie Mobiltelefone in den 2000er-Jahren begannen, klassische Unterhaltungselektronik zu ersetzen – ein Grund, warum das Modell bei Musik- und Handy-Nostalgikern bis heute einen festen Platz hat.