Apple iPhone X (2017) – Test, Erfahrungen & technische Daten

Apple iPhone X (2017) – Test, Erfahrungen & technische Daten

Das Apple iPhone X erschien im November 2017 zum zehnjährigen Jubiläum des iPhones und veränderte das Design der Baureihe grundlegend. In Deutschland startete es bei 1.149 Euro für die 64-GB-Version, in den USA bei 999 US-Dollar, was es zum bis dahin teuersten Standard-iPhone machte. Erstmals verzichtete Apple vollständig auf einen Home-Button und ersetzte den Fingerabdrucksensor Touch ID durch die Gesichtserkennung Face ID. Das randlose OLED-Display mit der markanten Notch prägte das Design aller folgenden iPhone-Generationen. Bis heute gilt das iPhone X als Wendepunkt in der Geschichte des Smartphones.

Einführung

Apple stellte das iPhone X am 12. September 2017 gemeinsam mit dem iPhone 8 vor, der Verkaufsstart erfolgte jedoch erst am 3. November 2017, rund sechs Wochen später als bei den anderen Modellen. Der Name wurde als „Ten“ ausgesprochen und markierte bewusst das zehnjährige Jubiläum der ersten iPhone-Vorstellung im Jahr 2007. Statt einer schrittweisen Weiterentwicklung präsentierte Apple mit dem X ein komplett neu gedachtes Bedienkonzept ohne physischen Home-Button.

Anstelle von Touch ID setzte das Gerät auf Face ID, eine Gesichtserkennung über ein System aus Infrarotkamera, Punktprojektor und Umgebungslichtsensor in der markanten Aussparung am oberen Displayrand, die als „Notch“ bekannt wurde. Ausgeliefert wurde das iPhone X mit iOS 11.

Die Entwicklung des iPhone X galt intern als besonders anspruchsvoll, weil zahlreiche neue Technologien gleichzeitig in ein einziges Gerät integriert werden mussten: ein flexibles OLED-Panel, ein komplexes Kamerasystem für Face ID sowie ein neuer Akkuaufbau in L-Form, um trotz des Platzbedarfs der Sensorik eine ausreichende Kapazität unterzubringen. Der hohe Startpreis von 999 US-Dollar spiegelte diesen technischen Aufwand wider und war zum Marktstart Gesprächsthema weit über die Technikbranche hinaus.

Technische Daten Wert
Vorstellung 12. September 2017
Marktstart 3. November 2017
Prozessor Apple A11 Bionic, Hexa-Core
Arbeitsspeicher 3 GB RAM
Speicher 64 oder 256 GB
Display 5,8 Zoll, 2436 x 1125 Pixel, OLED Super Retina
Kamera Zwei 12-Megapixel-Kameras, Weitwinkel und Tele
Akku 2.716 mAh
Maße und Gewicht 143,6 x 70,9 x 7,7 mm, 174 Gramm

Das iPhone X gab die Designrichtung für nahezu ein Jahrzehnt iPhone-Generationen vor und gilt als eines der einflussreichsten Smartphones überhaupt.

Design und Verarbeitung

Gehäuse

Das iPhone X bestand aus einem Rahmen aus chirurgischem Edelstahl, eingefasst zwischen zwei Glasflächen vorne und hinten, die zugleich kabelloses Laden ermöglichten. Erhältlich war es ausschließlich in Silber und Space Grau. Dank der randlosen Displaykonstruktion wuchs die Bildschirmdiagonale gegenüber dem iPhone 8 deutlich, während das Gehäuse selbst kaum größer als das des kleineren Modells blieb.

Ausstattung

Anstelle des Home-Buttons ersetzte Apple die Navigation durch Wischgesten vom unteren Bildschirmrand. Die Lautstärke- und Seitentaste übernahmen zusätzliche Funktionen, etwa zum Auslösen von Siri oder zum Ausschalten des Geräts. Die IP67-Zertifizierung schützte weiterhin gegen Staub und zeitweiliges Untertauchen, ein Klinkenanschluss fehlte wie bei den Vorgängern seit dem iPhone 7. Wegen der aufwendigen Verarbeitung aus Edelstahl und gebogenem Glas galt das iPhone X zudem als eines der teuersten und kompliziertesten iPhones in der Reparatur, was sich in den Folgejahren auch in vergleichsweise hohen Preisen für Ersatzdisplays niederschlug.

Software und Benutzeroberfläche

Mit iOS 11 als Startversion musste die Bedienoberfläche grundlegend an das fehlende Home-Button-Konzept angepasst werden: Ein kleiner Balken am unteren Bildschirmrand ersetzte den Button für die Rückkehr zum Homescreen, während das Kontrollzentrum nun über eine Wischgeste von der oberen rechten Ecke geöffnet wurde. Face ID ermöglichte zudem animierte Emoji, sogenannte Animoji, die die Mimik des Nutzers in Echtzeit auf virtuelle Charaktere übertrugen. Das iPhone X erhielt Updates bis iOS 16, was einer Unterstützung von rund fünf Jahren entsprach. Die grundlegend neue Bediensprache ohne Home-Button, die mit dem X eingeführt wurde, übernahm Apple ab dem Folgejahr in praktisch alle neuen iPhone-Modelle, sodass sich Nutzer, die vom X auf spätere Generationen wechselten, sofort zurechtfanden.

Display

Das 5,8 Zoll große OLED-Display mit dem Namen Super Retina HD löste mit 2436 x 1125 Pixeln auf und bot als erstes iPhone-Display echtes Schwarz, einen sehr hohen Kontrast von 1.000.000:1 sowie HDR-Unterstützung. Der erweiterte Farbraum nach DCI-P3-Standard sorgte für kräftige, aber natürliche Farben, während die randlose Bauweise die nutzbare Bildfläche gegenüber dem baugleich großen iPhone 8 deutlich vergrößerte.

Merkmal Wert
Displaygröße 5,8 Zoll
Auflösung 2436 x 1125 Pixel
Pixeldichte 458 ppi
Technologie OLED Super Retina HD, HDR, 3D Touch

Leistung

Der Apple-A11-Bionic-Chip, identisch mit dem des iPhone 8, aber kombiniert mit 3 GB statt 2 GB Arbeitsspeicher, sorgte im iPhone X für eine noch etwas komfortablere Handhabung bei anspruchsvollem Multitasking und aufwendigen Apps. Die integrierte Neural Engine übernahm zusätzlich die rechenintensive Gesichtserkennung für Face ID, ohne den restlichen Betrieb spürbar zu belasten. In Tests der Fachpresse zählte das iPhone X 2017 zu den schnellsten Smartphones am Markt und blieb auch mit späteren iOS-Versionen über Jahre hinweg alltagstauglich, wenngleich der kleinere Akku bei intensiver Nutzung des hellen OLED-Displays schneller an seine Grenzen kam als bei den LCD-Modellen desselben Jahrgangs.

Kategorie Apple iPhone X
Preis bei Marktstart ab 1.149 Euro (64 GB) in Deutschland, ab 999 US-Dollar in den USA
Display 5,8 Zoll, 2436 x 1125 Pixel, OLED
Prozessor Apple A11 Bionic, Hexa-Core
Arbeitsspeicher 3 GB
Speicher 64/256 GB
Kamera 2x 12 MP, Weitwinkel + Tele, OIS
Akku 2.716 mAh
Maße 143,6 x 70,9 x 7,7 mm
Gewicht 174 Gramm

Kamera

Das iPhone X war das erste iPhone der Standardgröße mit einer Dual-Kamera: eine 12-Megapixel-Weitwinkellinse mit f/1.8-Blende und optischer Bildstabilisierung sowie eine 12-Megapixel-Telelinse mit f/2.4-Blende, ebenfalls optisch stabilisiert, für verlustfreien zweifachen optischen Zoom. Der Porträtmodus nutzte beide Kameras, um Hintergründe unscharf zu berechnen, und bot zusätzlich simulierte Studiolicht-Effekte. Die 7-Megapixel-Frontkamera profitierte von der TrueDepth-Sensorik für Face ID und ermöglichte ebenfalls Porträtaufnahmen mit Tiefenschärfeeffekt bei Selfies.

Kameravergleich

Gegenüber dem iPhone 8 Plus, das eine sehr ähnliche Dual-Kamera besaß, bot das iPhone X durch die optisch stabilisierte Telelinse leicht schärfere Zoom-Aufnahmen. Im Vergleich zum Samsung Galaxy Note 8, das im selben Jahr ebenfalls mit Dual-Kamera und optischem Zoom erschien, lieferte das iPhone X eine natürlichere, weniger übersättigte Farbwiedergabe.

Smartphone Kamera Besonderheit
iPhone X 2x 12 MP Beide Objektive optisch stabilisiert
iPhone 8 Plus 2x 12 MP Nur Weitwinkel optisch stabilisiert
Samsung Galaxy Note 8 2x 12 MP Optischer Zoom, S Pen als Zusatzfunktion

Konnektivität

WLAN und Mobilfunk

Das iPhone X unterstützte WLAN nach 802.11ac mit MIMO-Technik sowie LTE Advanced für schnelles mobiles Internet. Bluetooth 5.0 sorgte für eine stabilere und energieeffizientere Verbindung zu Zubehör wie AirPods oder der Apple Watch.

GPS

GPS und GLONASS lieferten eine präzise Standortbestimmung, die insbesondere in Kombination mit ARKit für Augmented-Reality-Anwendungen genutzt wurde. Zusammen mit der leistungsstarken TrueDepth-Kamera diente das iPhone X als Vorzeigegerät für frühe AR-Apps und -Spiele.

Multimedia

Das kontrastreiche OLED-Display machte das iPhone X zu einem besonders attraktiven Gerät für die Wiedergabe von HDR-Filmen und -Serien in kompatiblen Streaming-Apps. Die verbesserten Stereo-Lautsprecher sorgten für satten Klang ohne Kopfhörer, während 4K-Videoaufnahmen mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde professionelle Ergebnisse direkt aus der Hand ermöglichten.

Akku und Ausdauer

Der 2.716 mAh große Akku bot laut Apple rund zwei Stunden mehr Laufzeit als das iPhone 7. Im Alltag mit gemischter Nutzung, inklusive des helleren OLED-Displays und aktivem Face ID, reichte eine Ladung meist zuverlässig für einen vollen Tag. Kabelloses Laden nach dem Qi-Standard sowie eine Schnellladefunktion mit passendem Netzteil und USB-C-auf-Lightning-Kabel gehörten erstmals bei einem regulären iPhone zur Grundausstattung, wenn auch das schnelle Netzteil separat gekauft werden musste. Bei intensiver Nutzung des hellen, stets aktiven Displays und von Face ID, das bei jedem Entsperren die Infrarot- und Punktprojektionssensoren aktivierte, fiel die Akkulaufzeit im direkten Vergleich zu baugleich großen LCD-Modellen etwas geringer aus.

Warum wird noch heute danach gesucht?

Das iPhone X gilt als Design-Meilenstein, weil es das randlose Display und Face ID in die breite Öffentlichkeit brachte und damit die Formsprache moderner Smartphones bis heute prägt. Sammler und Technikinteressierte suchen gezielt nach gut erhaltenen Exemplaren, um diesen Wendepunkt der Smartphone-Geschichte zu besitzen. Andere Käufer schätzen es als vergleichsweise günstigen Einstieg in das OLED- und Face-ID-Zeitalter auf dem Gebrauchtmarkt. Nicht zuletzt macht die Tatsache, dass das iPhone X als erstes Gerät ein Bedienkonzept einführte, das bis heute in modifizierter Form fortbesteht, es zu einem interessanten Studienobjekt für alle, die sich für die Entwicklungsgeschichte des Smartphones interessieren.

Fazit

Das Apple iPhone X war 2017 eine mutige Neuerfindung des iPhones, die mit randlosem OLED-Display, Face ID und Gestensteuerung einen kompletten Bruch mit dem bisherigen Bedienkonzept wagte. Trotz des hohen Einstiegspreises setzte es Maßstäbe, die Apple in praktisch allen folgenden Generationen übernahm. Auch heute noch gilt das iPhone X als eines der einflussreichsten und meistdiskutierten Smartphones der letzten Jahre.