Das LG G5 kam im April 2016 zu einem UVP von rund 700 Euro auf den Markt und ging einen radikalen Weg: Als eines der ersten modularen Smartphones überhaupt ließ sich der untere Gehäuseabschluss herausziehen und gegen sogenannte „Friends“-Module austauschen, etwa einen Kameragriff mit Zusatzakku oder einen hochwertigen Audio-Chip. Ergänzt wurde das Konzept um eine der ersten Dual-Kameras mit zusätzlichem Weitwinkelobjektiv im Smartphone-Massenmarkt.
Einführung
LG stellte das G5 am 21. Februar 2016 auf dem Mobile World Congress in Barcelona vor, der Marktstart in Deutschland folgte im April desselben Jahres. Nach dem eigenständigen Lederdesign des G4 wagte LG mit dem G5 einen noch größeren Schritt und stellte das erste Metall-Unibody-Smartphone der G-Serie vor, kombiniert mit einem völlig neuartigen modularen Erweiterungskonzept.
Die Idee dahinter: Nutzer sollten ihr Smartphone durch das Austauschen des unteren Gehäuseteils funktional erweitern können, ohne ein komplett neues Gerät kaufen zu müssen. Auch wenn sich dieses Konzept am Markt letztlich nicht durchsetzte, gilt das G5 als eines der experimentierfreudigsten Smartphones seiner Zeit.
| Technische Daten | Wert |
|---|---|
| Vorstellung / Marktstart | 21. Februar 2016 / April 2016 |
| Prozessor | Qualcomm Snapdragon 820, Quad-Core (2x 2,15 GHz + 2x 1,6 GHz) |
| RAM | 4 GB |
| Speicher | 32 GB, microSD-Slot bis 2 TB |
| Display | 5,3 Zoll IPS Quantum, 2.560 x 1.440 Pixel, 554 ppi |
| Kamera | 16 MP Hauptkamera (f/1.8, OIS) + 8 MP Weitwinkel (135°), 8 MP Frontkamera |
| Akku | 2.800 mAh, wechselbar über Modulschlitten |
| Maße und Gewicht | 149,4 x 73,9 x 7,7 mm, 159 g |
Design und Verarbeitung
Das G5 war das erste Smartphone der G-Serie mit einem durchgehenden Aluminium-Unibody-Gehäuse, was ihm gegenüber dem Kunststoff- und Ledergehäuse des Vorgängers eine völlig neue Wertigkeit verlieh. Auffälligstes Merkmal blieb jedoch der herausnehmbare untere Gehäuseabschnitt.
Gehäuse
Über einen seitlichen Knopf ließ sich die untere Gehäusekante samt Akku herausziehen und gegen ein „Friends“-Modul austauschen. Mit 7,7 Millimetern Bauhöhe und 159 Gramm Gewicht lag das G5 im üblichen Rahmen kompakter Flaggschiffe. Erhältlich war es in den Farben Silver, Titan, Gold und Pink.
Ausstattung
Zu den verfügbaren Modulen zählten der LG Cam Plus mit physischen Kamerabedienelementen und integriertem Zusatzakku sowie der LG Hi-Fi Plus mit einem hochwertigen Digital-Analog-Wandler, der gemeinsam mit Bang & Olufsen entwickelt wurde. Der Fingerabdrucksensor war in den rückseitigen Power-Knopf integriert, ein von LG bereits zuvor genutztes Bedienkonzept.
Software und Benutzeroberfläche
Das G5 wurde mit Android 6.0.1 Marshmallow und der Oberfläche LG UX 5.0 ausgeliefert. Eine damals ungewöhnliche Entscheidung war der Verzicht auf ein App-Drawer-Menü ab Werk, sodass sich sämtliche Apps direkt auf den Homescreens befanden, ähnlich wie bei iOS. Nutzer, die den klassischen App-Drawer bevorzugten, konnten diesen jedoch in den Einstellungen wieder aktivieren. Ein Always-on-Display für Uhrzeit und Benachrichtigungen gehörte ebenfalls zum Funktionsumfang.
Display
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Grɶße | 5,3 Zoll |
| Auflösung | 2.560 x 1.440 Pixel (Quad HD) |
| Technologie | IPS Quantum, Gorilla Glass 4, Always-on-Display |
| Pixeldichte | 554 ppi |
Mit 5,3 Zoll fiel das Display des G5 kompakter aus als bei vielen Konkurrenzmodellen und machte das Smartphone besonders gut einhändig bedienbar. Die IPS-Technologie sorgte weiterhin für natürliche Farben und stabile Blickwinkel, wie es für LG-Displays typisch war.
Leistung
Der Snapdragon 820 gehörte 2016 zu den leistungsstärksten mobilen Prozessoren am Markt und bot gegenüber dem im Vorgänger verbauten Snapdragon 808 einen deutlichen Sprung bei Rechen- und Grafikleistung. Mit 4 GB RAM lief das G5 im Alltag flüssig und bewältigte auch anspruchsvolle Spiele und Multitasking-Szenarien gut. In vergleichenden Tests der Fachpresse zählte das G5 dank des potenten Snapdragon 820 zu den schnellsten Android-Smartphones des Jahres.
| Kategorie | Spezifikation |
|---|---|
| Preis bei Marktstart | UVP rund 700 Euro |
| Display | 5,3 Zoll IPS Quantum, Quad HD |
| Prozessor | Qualcomm Snapdragon 820 |
| RAM | 4 GB |
| Speicher | 32 GB + microSD bis 2 TB |
| Kamera | 16 MP + 8 MP Weitwinkel, 8 MP Frontkamera |
| Akku | 2.800 mAh, wechselbar |
| Maße | 149,4 x 73,9 x 7,7 mm |
| Gewicht | 159 Gramm |
Kamera
Das G5 war eines der ersten Smartphones mit einer echten Dual-Kamera, bestehend aus einer 16-Megapixel-Standardlinse und einer zusätzlichen 8-Megapixel-Weitwinkellinse mit 135 Grad Sichtfeld. Diese Kombination erlaubte es, zwischen einer klassischen Perspektive und einem deutlich größeren Bildausschnitt zu wechseln, ohne den Standort verändern zu müssen – ein Konzept, das später von zahlreichen anderen Herstellern übernommen wurde.
Kameravergleich
Gegenüber dem Samsung Galaxy S7, das kurz zuvor erschienen war, bot das G5 dank der zusätzlichen Weitwinkelkamera deutlich mehr kreative Möglichkeiten bei Landschafts- und Gruppenaufnahmen, während das Galaxy S7 vor allem bei Nachtaufnahmen und Autofokusgeschwindigkeit die Nase vorn hatte. Im Vergleich zum iPhone 6s von Apple punktete das G5 mit größerer Flexibilität, während Apple bei der Farbkonsistenz überzeugte.
Konnektivität
WLAN und Mobilfunk
Das LG G5 unterstützte LTE Cat. 9, WLAN nach 802.11ac, Bluetooth 4.2 sowie NFC. Der USB-C-Anschluss mit Quick-Charge-3.0-Unterstützung war zum Erscheinungszeitpunkt noch nicht bei allen Konkurrenten Standard.
GPS
Zur Standortbestimmung standen GPS und GLONASS zur Verfügung, was eine zuverlässige Navigation im Alltag ermöglichte.
Multimedia
In Kombination mit dem optionalen Hi-Fi-Plus-Modul von Bang & Olufsen bot das G5 eine für Smartphones ungewöhnlich hochwertige Audioausgabe für Kopfhörer. Das kompakte, aber scharfe Quad-HD-Display eignete sich zudem gut für Videos und Fotos, während der erweiterbare Speicher Platz für umfangreiche Mediensammlungen bot.
Akku und Ausdauer
Mit 2.800 mAh fiel der Akku etwas kleiner aus als bei vielen Konkurrenzgeräten, was teilweise dem modularen Aufbau geschuldet war. Durch den austauschbaren Akku über den Modulschlitten ließ sich die Laufzeit jedoch unterwegs unkompliziert verlängern, etwa mit dem LG-Cam-Plus-Modul, das einen zusätzlichen Akku integrierte. Im normalen Alltag reichte die Kapazität für einen durchschnittlichen Nutzungstag.
Warum wird noch heute danach gesucht?
Das LG G5 gilt als Pionier des modularen Smartphone-Konzepts und wird deshalb bis heute von Technikinteressierten und Sammlern gesucht, die dieses kurzlebige, aber einflussreiche Kapitel der Smartphone-Geschichte dokumentieren möchten. Die seltenen Friends-Module sind mittlerweile besonders begehrte Sammlerstücke.
Fazit
Das LG G5 war ein mutiges Experiment, das mit seinem modularen Konzept und der frühen Dual-Kamera seiner Zeit voraus war. Auch wenn sich die austauschbaren Module am Markt nicht durchsetzten, prägte das G5 mit seiner Weitwinkelkamera einen Trend, der die Smartphone-Fotografie nachhaltig veränderte.