Der Nokia 6110 erschien 1997 und gilt als das erste Nokia-Handy, auf dem das inzwischen legendäre Spiel Snake vorinstalliert war. Zusätzlich brachte er mit einem Infrarot-Anschluss und umfangreichen Organizer-Funktionen mehrere Neuerungen mit, die ihn vor allem bei geschäftlich orientierten Nutzern beliebt machten. Das schlanke, für seine Zeit moderne Gehäuse und die vergleichsweise lange Akkulaufzeit rundeten das Gesamtpaket ab. Als Ursprungsgerät des Snake-Phänomens nimmt der 6110 bis heute einen besonderen Platz in der Handy-Geschichte ein.
Einführung
Der Nokia 6110 gehörte zur 6100er-Serie und wurde 1997 vorgestellt, in einer Zeit, in der Mobiltelefone noch überwiegend als Geschäftswerkzeug galten. Mit umfangreichen Organizer-Funktionen, einem Infrarot-Anschluss zur Datenübertragung und dem Spiel Snake positionierte sich das Gerät sowohl im Business- als auch im beginnenden Consumer-Segment.
| Technische Daten | Wert |
|---|---|
| Marktstart | 1997 |
| Maße | 130 x 47 x 28 mm |
| Gewicht | 137 g |
| Display | Monochromes Grafikdisplay, 5 Zeilen |
| Akku | Li-Po, 600 mAh, wechselbar (Standard); optional Li-Ion 900 mAh |
| Netzbänder | GSM 900 |
| Betriebssystem | Nokia-eigene Menüsoftware |
Der Nokia 6110 positionierte sich 1997 im gehobenen Preissegment, was angesichts der für damalige Verhältnisse umfangreichen Ausstattung mit Infrarot-Schnittstelle und Organizer-Funktionen nicht überraschte.
Design und Verarbeitung
Das Gehäuse des 6110 wirkte im Vergleich zu älteren, klobigeren Nokia-Modellen bereits deutlich schlanker und moderner, ohne dabei auf Robustheit zu verzichten.
Gehäuse
Das Kunststoffgehäuse war solide verarbeitet und in zwei Farbvarianten erhältlich. Mit 137 Gramm Standardgewicht lag das Gerät angenehm in der Hand, wobei der optionale größere Akku das Gewicht auf rund 143 Gramm erhöhte. Die Bauform folgte dem klassischen Candybar-Format, das bei Nokia in den Folgejahren zum Markenzeichen wurde.
Tasten und Bedienung
Die Tastatur war großzügig dimensioniert und bot einen klaren Druckpunkt, was zuverlässiges Wählen und Tippen ermöglichte. Die Navigation erfolgte über eine zentrale Wipptaste sowie zwei Softkeys. Für ein Gerät von 1997 galt die Bedienung als vorbildlich übersichtlich und wurde in zeitgenössischen Tests häufig positiv hervorgehoben.
Funktionen und Bedienkonzept
Der Nokia 6110 nutzte eine frühe Version der klassischen, textbasierten Nokia-Menüoberfläche. Er unterstützte 26 verschiedene Sprachen und bot bereits umfangreiche Organizer-Funktionen wie Kalender und Notizen, was ihn für geschäftlich orientierte Nutzer besonders attraktiv machte.
Das Telefonbuch fasste 50 Kontakte, ergänzt um eine Anrufliste mit jeweils zehn gewählten, empfangenen und verpassten Anrufen. Diese im Vergleich zu heutigen Maßstäben bescheiden wirkende Kapazität war 1997 durchaus konkurrenzfähig und deckte den Bedarf der meisten Nutzer ab.
Display
Das monochrome Display bot fünf Zeilen mit dynamischer Schriftgrößenanpassung, ein für 1997 fortschrittliches Detail.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Displaytyp | Monochrom, grafikfähig |
| Zeilenanzahl | 5 Zeilen |
| Beleuchtung | Hintergrundbeleuchtung vorhanden |
| Farben | Keine (Graustufen) |
Trotz der geringen Auflösung reichte das Display aus, um Menüs, Textnachrichten und die einfache Pixelgrafik von Snake klar darzustellen.
Akku und Standby-Zeit
Mit dem Standard-Akku, einem 600-mAh-Li-Po-Modell, erreichte der Nokia 6110 laut Herstellerangaben eine Standby-Zeit von bis zu rund 180 Stunden und eine Gesprächszeit von bis zu etwa 3,5 Stunden. Mit dem optionalen, größeren 900-mAh-Li-Ion-Akku verlängerte sich die Standby-Zeit auf bis zu rund 270 Stunden, die Gesprächszeit auf bis zu etwa 5 Stunden.
Diese Ausdauer war für ein Geschäftshandy jener Zeit ein wichtiges Verkaufsargument, da lange Reisen und Meetings ohne Ladegerät problemlos überbrückt werden konnten. Im Vergleich zu heutigen Smartphones wirkt diese Laufzeit auch aus heutiger Sicht beeindruckend.
Zusammenfassung der Kerndaten
| Kriterium | Nokia 6110 (1997) |
|---|---|
| Preis bei Marktstart | Gehobenes Preissegment, typisch für ein Business-Handy jener Zeit |
| Display | Monochrom, 5 Zeilen |
| Maße | 130 x 47 x 28 mm |
| Gewicht | 137 g |
| Akku-Standby | Bis zu ca. 180 Stunden (Standard-Akku) |
| Speicher/Kontakte | 50 Telefonbucheinträge |
| Klingeltöne/Spiele | Monophone Klingeltöne; Snake und 2 weitere Spiele |
Ein Kamera-Modul war beim Nokia 6110 nicht verbaut.
Konnektivität
Der Nokia 6110 unterstützte das GSM-900-Netz. Besonders hervorzuheben ist der Infrarot-Anschluss, mit dem sich das Gerät mit einem Computer oder anderen kompatiblen Geräten verbinden ließ, etwa zum Synchronisieren von Kontakten oder zur Datenübertragung. Diese Funktion war 1997 noch keine Selbstverständlichkeit und unterstrich die Business-Ausrichtung des Geräts.
Spiele und Zusatzfunktionen
Der Nokia 6110 gilt als das erste Nokia-Handy, auf dem Snake vorinstalliert war, jenes einfache, aber enorm einflussreiche Spiel, bei dem eine wachsende Schlange über das Display gesteuert wird. Neben Snake waren zwei weitere kleine Spiele enthalten. Snake avancierte auf dem 6110 und den folgenden Nokia-Modellen zu einem globalen Phänomen und wird bis heute als eines der einflussreichsten Mobile-Games überhaupt betrachtet.
Warum wird das Modell noch heute gesucht?
Der Nokia 6110 genießt unter Technik-Historikern und Sammlern einen besonderen Status, da er als Ursprungsgerät von Snake gilt, einem Spiel, das die Popkultur der folgenden Jahrzehnte nachhaltig geprägt hat. Wer sich für die Geschichte des mobilen Gamings interessiert, stößt bei der Recherche fast zwangsläufig auf dieses Modell.
Auch als frühes Beispiel eines business-tauglichen, aber bereits alltagstauglichen Mobiltelefons mit Infrarot-Schnittstelle bleibt der 6110 für Technikinteressierte relevant. Die Kombination aus historischer Bedeutung und Seltenheit gut erhaltener Exemplare macht ihn zudem zu einem gefragten Sammlerstück.
Fazit
Der Nokia 6110 war 1997 ein wegweisendes Gerät, das mit Infrarot-Anschluss, umfangreichen Organizer-Funktionen und vor allem dem erstmals vorinstallierten Spiel Snake mehrere langfristige Trends anstieß. Seine historische Bedeutung als Ursprung des Snake-Phänomens sorgt dafür, dass er bis heute bei Sammlern und Technik-Historikern gefragt bleibt.