Das Nokia N95 erschien 2007 und galt bei seiner Vorstellung als eines der leistungsfähigsten Mobiltelefone der Welt. Anders als die übrigen Modelle in dieser Übersicht war das N95 kein reines Feature-Phone, sondern ein waschechtes Smartphone mit Symbian-Betriebssystem, das GPS, WLAN und eine hochwertige Kamera mit Zeiss-Optik in einem ungewöhnlichen Doppel-Schiebe-Gehäuse vereinte. Es markierte für viele Nutzer den Übergang vom klassischen Handy zum multimedialen Alleskönner. Bis heute wird das N95 als eines der wichtigsten Nokia-Geräte der 2000er-Jahre in Erinnerung behalten.
Einführung
Das Nokia N95 gehörte zur N-Serie, mit der Nokia damals besonders multimediafähige und technisch anspruchsvolle Smartphones positionierte. Vorgestellt wurde es im September 2006, die Auslieferung an Kunden begann im März 2007. Berichten zufolge lag der Preis bei Markteinführung bei rund 550 bis 600 Euro, ein für damalige Verhältnisse hoher, aber angesichts der Ausstattung gerechtfertigter Betrag.
| Technische Daten | Wert |
|---|---|
| Marktstart | März 2007 |
| Maße | 99 x 53 x 21 mm |
| Gewicht | 120 g |
| Display | 2,6 Zoll TFT, 240 x 320 Pixel, 16 Millionen Farben |
| Prozessor/Plattform | Symbian OS 9.2, S60 3rd Edition |
| Kamera | 5 MP mit Carl-Zeiss-Optik und LED-Blitz |
| Akku | Li-Ion, 950 mAh, wechselbar (BL-5F) |
| Netzbänder | GSM / HSDPA (3,5G) |
Das Nokia N95 erreichte Berichten zufolge bereits im ersten Quartal 2008 rund zehn Millionen verkaufte Einheiten und zählte damit zu den kommerziell erfolgreichsten Smartphones seiner Zeit.
Design und Verarbeitung
Das N95 setzte auf ein ungewöhnliches Doppel-Schiebemechanismus-Gehäuse: Schob man das Display nach oben, kam eine klassische Telefontastatur zum Vorschein, schob man es nach unten, erschienen dedizierte Multimedia-Tasten für Musik- und Videowiedergabe.
Gehäuse
Das Gehäuse bestand überwiegend aus hochwertigem Kunststoff mit verchromten Applikationen. Mit 120 Gramm und kompakten Abmessungen lag es gut in der Hand, auch wenn der Doppel-Schiebemechanismus das Gerät etwas dicker machte als reine Candybar-Modelle. Die Verarbeitungsqualität wurde in zeitgenössischen Tests überwiegend positiv bewertet.
Tasten und Bedienung
Je nach Schiebe-Richtung standen unterschiedliche Tastenlayouts zur Verfügung: eine klassische Zifferntastatur für Anrufe und Nachrichten sowie separate Steuertasten für Musik- und Videowiedergabe. Zusätzlich verfügte das N95 über einen Beschleunigungssensor, der unter anderem die Bildschirmausrichtung automatisch anpasste, eine für 2007 noch ungewöhnliche Funktion.
Funktionen und Bedienkonzept
Im Gegensatz zu den klassischen Feature-Phones dieser Übersicht lief das Nokia N95 mit dem vollwertigen Betriebssystem Symbian OS 9.2 in der S60-3rd-Edition-Oberfläche. Nutzer konnten zusätzliche Anwendungen installieren, zwischen mehreren geöffneten Programmen wechseln und das Gerät über ein Startmenü mit Symbolen bedienen, ähnlich wie bei einem Computer.
Diese Offenheit machte das N95 zu einem der ersten echten Smartphones im heutigen Sinn und ebnete Nokia den Weg zu späteren Modellen wie dem N97. Gleichzeitig blieb die grundlegende Menüführung an klassische Nokia-Handys angelehnt, was den Umstieg für bestehende Nokia-Nutzer erleichterte.
Display
Das 2,6 Zoll große TFT-Display stellte 240 mal 320 Bildpunkte in bis zu 16 Millionen Farben dar und war damit deutlich leistungsfähiger als die monochromen Displays klassischer Feature-Phones.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Displaygröße | 2,6 Zoll |
| Auflösung | 240 x 320 Pixel |
| Displaytyp | TFT, Farbdisplay |
| Farbtiefe | 16 Millionen Farben |
Für Fotos, Videos und die Bedienung des Symbian-Menüs bot das Display eine für 2007 überdurchschnittlich gute Bildqualität.
Akku und Standby-Zeit
Der wechselbare 950-mAh-Akku (Typ BL-5F) ermöglichte laut Herstellerangaben eine Standby-Zeit von bis zu etwa 220 Stunden im 2G-Netz beziehungsweise rund 192 Stunden im 3G-Netz. Die Gesprächszeit lag bei bis zu 6,5 Stunden im 2G- und rund 2 Stunden 42 Minuten im 3G-Betrieb.
Im Vergleich zu klassischen Feature-Phones war die Akkulaufzeit spürbar kürzer, was der aktiven GPS-Nutzung, dem WLAN-Modul und dem hellen Farbdisplay geschuldet war. Für ein Smartphone seiner Generation galt die Ausdauer dennoch als solide.
Zusammenfassung der Kerndaten
| Kriterium | Nokia N95 (2007) |
|---|---|
| Preis bei Marktstart | rund 550 bis 600 Euro |
| Display | 2,6 Zoll TFT, 240 x 320 Pixel |
| Maße | 99 x 53 x 21 mm |
| Gewicht | 120 g |
| Akku-Standby | Bis zu ca. 220 Stunden (2G) |
| Speicher | 160 MB intern, 64 MB RAM, microSD erweiterbar |
| Kamera | 5 MP, Carl-Zeiss-Optik, LED-Blitz |
Kamera
Die 5-Megapixel-Kamera mit Carl-Zeiss-Optik und Autofokus galt 2007 als eine der besten in einem Mobiltelefon verbauten Kameras. Ein LED-Blitz sowie die Möglichkeit, Videos in bis zu 480p aufzuzeichnen, rundeten das Paket ab. Für viele Nutzer ersetzte das N95 dadurch erstmals eine separate Kompaktkamera im Alltag.
Konnektivität
Das Nokia N95 war für seine Zeit außergewöhnlich gut vernetzt: Es unterstützte WLAN nach 802.11b/g, HSDPA für schnelle mobile Datenverbindungen, Bluetooth 2.0 sowie einen Infrarot-Anschluss. Besonders hervorzuheben ist der integrierte GPS-Empfänger, mit dem es als eines der ersten Nokia-Telefone überhaupt satellitengestützte Navigation direkt im Gerät ermöglichte, in Kombination mit vorinstallierten Nokia-Maps-Anwendungen.
Spiele und Zusatzfunktionen
Dank Symbian OS konnten auf dem N95 zusätzliche Spiele und Anwendungen aus dem damals noch jungen Software-Ökosystem installiert werden. Vorinstalliert waren unter anderem Multimedia-Anwendungen für Musik- und Videowiedergabe sowie eine Kartenanwendung für die GPS-Navigation. Der Beschleunigungssensor wurde von einigen Spielen zur Steuerung genutzt, ein damals noch neuartiges Bedienkonzept.
Warum wird das Modell noch heute gesucht?
Das Nokia N95 gilt bei vielen Technik-Enthusiasten als eines der wichtigsten Mobiltelefone der 2000er-Jahre, da es Funktionen wie GPS, WLAN und eine hochwertige Kamera erstmals in dieser Kombination massentauglich machte. Sammler und Nostalgiker suchen das Gerät heute gezielt, um die Symbian-Ära und den Höhepunkt der Nokia-Smartphone-Entwicklung vor dem iPhone-Zeitalter nachzuerleben.
Hinzu kommt ein wachsendes Interesse an alten Symbian-Geräten in Retro-Technik-Communities, die das damals offene und anpassbare Betriebssystem bis heute schätzen. Auch als Zeitzeuge einer Übergangsphase, kurz bevor Touchscreen-Smartphones den Markt veränderten, bleibt das N95 gefragt.
Fazit
Das Nokia N95 war 2007 ein technologisches Vorzeigeprojekt, das GPS, WLAN, eine hochwertige Kamera und ein vollwertiges Betriebssystem in einem kompakten Gehäuse vereinte. Es zählt zu den einflussreichsten Smartphones der Symbian-Ära und wird bis heute von Sammlern und Technikinteressierten als Meilenstein der mobilen Kommunikation geschätzt.