Das Samsung Galaxy S6 kam am 10. April 2015 auf den Markt und markierte einen radikalen Kurswechsel für die Galaxy-S-Reihe. Statt Plastikgehäuse gab es erstmals Glas und Metall, statt austauschbarem Akku und microSD-Slot setzte Samsung auf ein geschlossenes, edel wirkendes Design. Der Startpreis lag bei 699 Euro für die 32-GB-Version. Bis heute gilt das Galaxy S6 vielen als der Moment, in dem Samsung sein Flaggschiff-Design neu definierte.
Einführung
Samsung stellte das Galaxy S6 und die parallel erschienene Edge-Variante am 1. März 2015 auf dem Mobile World Congress in Barcelona vor. Die reguläre Markteinführung folgte rund sechs Wochen später. Nach der eher verhaltenen Aufnahme des Vorgängers Galaxy S5 stand für Samsung viel auf dem Spiel: Das Unternehmen musste beweisen, dass es auch im Premiumsegment mit Verarbeitungsqualität und Design überzeugen konnte, nicht nur mit Funktionsvielfalt.
Das Ergebnis war ein Smartphone, das in der Fachpresse für Aufsehen sorgte. Erstmals verbaute Samsung einen eigenen Prozessor im 14-Nanometer-FinFET-Verfahren, was Effizienz und Leistung gegenüber dem Vorjahresmodell spürbar verbesserte. Gleichzeitig nahm Samsung bewusst Kompromisse in Kauf, die bei Teilen der Kundschaft für Kritik sorgten.
| Technische Daten | Wert |
|---|---|
| Vorstellung / Marktstart | 1. März 2015 / 10. April 2015 |
| Prozessor | Samsung Exynos 7420, Octa-Core (4x 2,1 GHz + 4x 1,5 GHz) |
| RAM | 3 GB LPDDR4 |
| Speicher | 32 / 64 / 128 GB, kein microSD-Slot |
| Display | 5,1 Zoll Super AMOLED, 2.560 x 1.440 Pixel, 577 ppi |
| Kamera | 16 MP Hauptkamera (f/1.9, OIS), 5 MP Frontkamera |
| Akku | 2.550 mAh, fest verbaut, kabelloses Laden |
| Maße und Gewicht | 143,4 x 70,5 x 6,8 mm, 138 g |
Design und Verarbeitung
Das Galaxy S6 war das erste Modell der Reihe, das komplett auf Metall und Glas setzte. Ein Aluminiumrahmen fasst Front- und Rückseite aus Gorilla Glass 4 ein. Diese Bauweise verschaffte dem Gerät eine Wertigkeit, die dem Vorgänger häufig abgesprochen wurde, machte es aber auch empfindlicher gegenüber Stürzen und Kratzern auf der Rückseite.
Gehäuse
Mit 6,8 Millimetern Bauhöhe und 138 Gramm Gewicht wirkte das Galaxy S6 für damalige Verhältnisse schlank und kompakt. Die Kamera steht leicht aus dem Gehäuse hervor, ein Kompromiss für den flachen Korpus. Erhältlich war das Gerät unter anderem in den Farben White Pearl, Black Sapphire, Gold Platinum und Blue Topaz.
Ausstattung
Mit dem neuen Design verschwanden zwei Merkmale, die Galaxy-Nutzer bis dahin gewohnt waren: der austauschbare Akku und der microSD-Kartenslot. Samsung begründete dies mit dem kompakteren, dichteren Aufbau. Dafür hielten kabelloses Laden nach Qi- und PMA-Standard sowie ein Fingerabdrucksensor mit verbesserter Erkennung serienmäßig Einzug.
Software und Benutzeroberfläche
Ausgeliefert wurde das Galaxy S6 mit Android 5.0 Lollipop und Samsungs damaliger TouchWiz-Oberfläche. Gegenüber früheren TouchWiz-Versionen fiel die Software aufgeräumter und schneller aus, da Samsung merklich Ballast aus dem System entfernt hatte. Später erhielt das Gerät noch Updates bis Android 7.0 Nougat. Zu den Software-Highlights zählten ein verbesserter Ultra-Energiesparmodus, Themes zur Anpassung der Optik und die Schnellstart-Funktion für die Kamera per doppeltem Druck auf die Home-Taste.
Display
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Größe | 5,1 Zoll |
| Auflösung | 2.560 x 1.440 Pixel (Quad HD) |
| Technologie | Super AMOLED, Gorilla Glass 4 |
| Pixeldichte | 577 ppi |
Das Quad-HD-Super-AMOLED-Panel gehörte 2015 zu den schärfsten und farbstärksten Displays am Markt. Kräftige Kontraste und ein nahezu unendliches Schwarz waren das Markenzeichen der Super-AMOLED-Technologie, auch wenn die Farbdarstellung ab Werk auf Kräftigkeit statt Natürlichkeit getrimmt war.
Leistung
Der selbst entwickelte Exynos 7420 war der eigentliche technische Clou des Galaxy S6. Als einer der ersten Chips im 14-Nanometer-Verfahren gefertigt, bot er im Vergleich zum Vorgänger deutlich mehr Rechenleistung bei geringerer Wärmeentwicklung. In Kombination mit 3 GB RAM lief die Bedienoberfläche flüssig, auch anspruchsvolle Spiele und Multitasking bewältigte das Smartphone im Alltag ohne spürbare Ruckler. In Tests der Fachpresse zählte das Galaxy S6 zum Erscheinungszeitpunkt zu den schnellsten Android-Smartphones überhaupt und setzte sich insbesondere in der Grafikleistung von der Konkurrenz mit Snapdragon-810-Chips ab, der zeitweise mit Hitzeproblemen zu kämpfen hatte.
| Kategorie | Spezifikation |
|---|---|
| Preis bei Marktstart | ab 699 Euro (32 GB) |
| Display | 5,1 Zoll Super AMOLED, Quad HD |
| Prozessor | Samsung Exynos 7420, Octa-Core |
| RAM | 3 GB |
| Speicher | 32 / 64 / 128 GB |
| Kamera | 16 MP Haupt-, 5 MP Frontkamera |
| Akku | 2.550 mAh |
| Maße | 143,4 x 70,5 x 6,8 mm |
| Gewicht | 138 Gramm |
Kamera
Die 16-Megapixel-Hauptkamera mit Blende f/1.9 und optischer Bildstabilisierung gehörte 2015 zur absoluten Spitzenklasse. Sie startete besonders schnell aus dem Ruhezustand und lieferte bei Tageslicht scharfe, detailreiche Aufnahmen. Auch bei schwachem Licht überzeugte der große Bildsensor mit vergleichsweise wenig Bildrauschen. Videos ließen sich in 4K-Auflösung mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen.
Kameravergleich
Gegenüber dem iPhone 6, das im Herbst 2014 erschienen war, bot das Galaxy S6 die höhere Auflösung und mehr manuelle Einstellmöglichkeiten, während Apple auf Konsistenz und einfache Bedienung setzte. Im Vergleich zum LG G4, das wenige Wochen später folgte, lag das Galaxy S6 bei Schnappschüssen im Vorteil, während das G4 mit einem größeren Sensor bei manuellen Aufnahmen und in Sachen Farbtreue punkten konnte.
Konnektivität
WLAN und Mobilfunk
Das Galaxy S6 unterstützte LTE Cat. 6, WLAN nach 802.11ac sowie Bluetooth 4.1 und NFC für kontaktloses Bezahlen und Datenübertragung. Ein Infrarotsender ermöglichte zudem die Fernbedienung von Fernsehern und anderen Geräten über die App Smart Remote.
GPS
Zur Standortbestimmung nutzte das Gerät GPS und GLONASS, was eine schnelle und zuverlässige Positionsbestimmung in Navigations-Apps und beim Geotagging von Fotos erlaubte.
Multimedia
Das kräftige Super-AMOLED-Display machte das Galaxy S6 zu einem guten Begleiter für Videos und Serien, auch wenn der einzelne, nach unten ausgerichtete Lautsprecher in Sachen Klangqualität und Lautstärke nur Mittelmaß bot. Für Musikliebhaber gehörte das Fehlen von microSD-Erweiterung zu den größeren Einschränkungen, da der interne Speicher bei der Basisversion mit 32 GB schnell an seine Grenzen stieß.
Akku und Ausdauer
Mit 2.550 mAh fiel der Akku kleiner aus als beim Vorgänger Galaxy S5, was seinerzeit für Diskussionen sorgte. In der Praxis reichte die Kapazität für einen durchschnittlichen Nutzungstag, bei intensiver Nutzung mit Spielen oder Videostreaming musste jedoch häufiger nachgeladen werden. Ausgeglichen wurde dies durch eine der schnellsten Schnellladefunktionen ihrer Zeit sowie kabelloses Laden, das ganz ohne Kabel und Adapter auskam.
Warum wird noch heute danach gesucht?
Das Galaxy S6 gilt als Wendepunkt im Design der Galaxy-S-Reihe und weckt bei vielen ehemaligen Besitzern Nostalgie. Gebrauchte Exemplare werden nach wie vor als günstiger Einstieg in ein Zweitgerät oder als Bastel- und Reparaturobjekt gesucht, zudem interessieren sich Sammler für die verschiedenen Farbvarianten und den Edge-Ableger mit gebogenem Display.
Fazit
Das Samsung Galaxy S6 war 2015 ein mutiger Neuanfang: weniger Funktionen, dafür deutlich mehr Design und Verarbeitungsqualität. Auch wenn der Verzicht auf Wechselakku und Speichererweiterung damals für Kritik sorgte, legte das Gerät die gestalterische Grundlage für alle folgenden Galaxy-S-Modelle und bleibt aus heutiger Sicht ein wichtiger Meilenstein in der Smartphone-Geschichte.