Das Apple iPhone 3GS kam im Juni 2009 auf den Markt und war das dritte iPhone-Modell überhaupt. In den USA startete es bei 199 US-Dollar für die 16-GB-Version und 299 US-Dollar für 32 GB, jeweils gekoppelt an einen zweijährigen Mobilfunkvertrag. Das „S“ im Namen stand für „Speed“ und verwies auf den deutlich schnelleren Prozessor gegenüber dem Vorgänger iPhone 3G. Eine echte Videoaufnahmefunktion, ein digitaler Kompass und eine Sprachsteuerung gehörten zu den auffälligsten Neuerungen. Bis heute gilt das 3GS als Meilenstein, weil es das iPhone erstmals wirklich alltagstauglich machte.
Einführung
Apple präsentierte das iPhone 3GS am 8. Juni 2009 auf der Worldwide Developers Conference. Ab dem 19. Juni 2009 war es zunächst in den USA, Kanada und mehreren europäischen Ländern erhältlich, in Deutschland vermarktete zu diesem Zeitpunkt exklusiv die Deutsche Telekom das Gerät über ihre Marke T-Mobile. Das 3GS baute äußerlich stark auf dem iPhone 3G auf, verbesserte aber nahezu jede innere Komponente. Für viele Nutzer war es der Einstieg in die Welt der Smartphones, weil es Geschwindigkeit, App Store und eine für die Zeit außergewöhnlich einfache Bedienung miteinander verband.
Technisch markierte das Gerät den Übergang von einem funktionalen Mobiltelefon mit Touchscreen zu einem echten Taschencomputer. Es wurde mit iPhone OS 3 ausgeliefert und erhielt im Laufe seiner Lebenszeit Updates bis iOS 6.
2009 war der Smartphone-Markt noch stark umkämpft: BlackBerry dominierte im Geschäftsumfeld, Nokia führte weltweit die Stückzahlen an und das erste Android-Gerät, das HTC Dream, war erst wenige Monate zuvor erschienen. In dieser Phase positionierte sich das iPhone 3GS bewusst als Gerät für Konsumenten, die eine einfache, in sich geschlossene Bedienung ohne Kompromisse bei der Internetnutzung wollten. Der bereits etablierte App Store, der zum Marktstart des 3GS schon über 50.000 Anwendungen umfasste, wurde zunehmend zum entscheidenden Kaufargument gegenüber Konkurrenzplattformen.
| Technische Daten | Wert |
|---|---|
| Vorstellung | 8. Juni 2009 |
| Marktstart | 19. Juni 2009 |
| Prozessor | Samsung-SoC mit ARM-Cortex-A8-Kern, 600 MHz |
| Arbeitsspeicher | 256 MB RAM |
| Speicher | 8, 16 oder 32 GB |
| Display | 3,5 Zoll, 480 x 320 Pixel, 163 ppi |
| Kamera | 3 Megapixel mit Autofokus |
| Akku | 1.220 mAh, fest verbaut |
| Maße und Gewicht | 115,5 x 62,1 x 12,3 mm, 135 Gramm |
Das iPhone 3GS festigte Apples Position im noch jungen Smartphone-Markt. Konkurrenten wie das Nokia N97 oder frühe Windows-Mobile-Geräte konnten mit der Kombination aus Hardware, Software und App Store nicht mithalten.
Design und Verarbeitung
Gehäuse
Äußerlich unterschied sich das 3GS kaum vom Vorgänger iPhone 3G. Es setzte weiterhin auf eine gewölbte Rückseite aus Kunststoff, die in Schwarz oder Weiß erhältlich war, kombiniert mit einer Glasfront und einem schmalen Aluminiumrand. Neu war eine kratzfestere, ölabweisende Beschichtung auf dem Display sowie eine überarbeitete Antennenführung im Inneren. Mit 135 Gramm Gewicht und einer Bautiefe von 12,3 Millimetern lag es angenehm in der Hand, wirkt nach heutigen Maßstäben aber dick und kompakt zugleich.
Ausstattung
Zur Ausstattung zählten ein Näherungssensor, ein Lagesensor sowie erstmals ein digitaler Kompass. Der Home-Button war weiterhin rein mechanisch, ebenso die Klingel- und Lautlos-Wippe an der linken Seite. Ein microSD-Slot fehlte, der Akku war fest verbaut und ließ sich nicht selbst tauschen. Der 30-Pin-Dock-Connector diente sowohl zum Laden als auch zur Synchronisation mit iTunes am Computer. Erstmals ließ sich das Gerät zudem über die integrierte Sprachsteuerung ohne Displayberührung bedienen, was bei eingeschränkter Sicht, etwa beim Autofahren, praktisch war. Die SIM-Karte wurde weiterhin über ein Micro-SIM-Werkzeug in einem seitlichen Schacht eingelegt, ein Verfahren, das sich in den Folgejahren kaum veränderte.
Software und Benutzeroberfläche
Das iPhone 3GS erschien mit iPhone OS 3.0, das erstmals Copy & Paste, eine Tastatur im Querformat für mehr Apps sowie die Spotlight-Suche mitbrachte. Über die Jahre erhielt das Gerät weitere Updates und wurde offiziell bis iOS 6 unterstützt, das letzte große Funktionsupdate erschien 2012. Damit zählte das 3GS zu den am längsten unterstützten iPhones seiner Zeit. Der App Store, wenige Monate zuvor gestartet, wuchs in dieser Phase rasant und wurde zu einem entscheidenden Verkaufsargument gegenüber Konkurrenzgeräten ohne vergleichbares Software-Ökosystem.
Auch das Push-Benachrichtigungssystem, das kurz vor dem 3GS eingeführt worden war, entfaltete auf dem schnelleren Prozessor seine volle Wirkung: Nachrichten aus Apps wie E-Mail oder Instant-Messenger-Diensten erschienen nun praktisch verzögerungsfrei. In Kombination mit dem stabileren mobilen Internet über HSDPA fühlte sich das iPhone 3GS für viele Nutzer erstmals wie ein durchgehend vernetztes Gerät an, nicht mehr wie ein Telefon, das gelegentlich ins Internet ging.
Display
Das 3,5 Zoll große Display löste mit 480 x 320 Pixeln auf und kam auf eine Pixeldichte von 163 ppi. Für das Jahr 2009 war das ein scharfes und kontrastreiches Bild, auch wenn spätere Retina-Displays diesen Wert deutlich übertrafen. Die neue oleophobe Beschichtung reduzierte Fingerabdrücke merklich gegenüber dem iPhone 3G und ließ sich leichter reinigen.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Displaygröße | 3,5 Zoll |
| Auflösung | 480 x 320 Pixel |
| Pixeldichte | 163 ppi |
| Technologie | LCD mit oleophober Beschichtung |
Leistung
Der wichtigste Fortschritt gegenüber dem iPhone 3G steckte im Inneren: Ein mit 600 MHz getakteter ARM-Cortex-A8-Chip von Samsung sowie 256 MB Arbeitsspeicher, doppelt so viel wie beim Vorgänger, sorgten für spürbar kürzere App-Startzeiten und ein flüssigeres Scrollen. Apple selbst bewarb das Modell mit dem Namenszusatz „S“ für Speed und gab an, Anwendungen würden deutlich schneller starten als auf dem iPhone 3G. In der Praxis bestätigte die Fachpresse diesen Sprung vor allem beim Laden von Webseiten im mobilen Safari-Browser und beim Wechseln zwischen Apps. Für aufwendige 3D-Spiele und Multitasking, wie es spätere iPhones boten, reichte die Leistung naturgemäß nicht aus, doch für die damalige Zeit galt das 3GS als eines der schnellsten Smartphones am Markt.
| Kategorie | Apple iPhone 3GS |
|---|---|
| Preis bei Marktstart | 199 US-Dollar (16 GB) bzw. 299 US-Dollar (32 GB) mit Vertrag; in Deutschland zunächst exklusiv über T-Mobile |
| Display | 3,5 Zoll, 480 x 320 Pixel |
| Prozessor | ARM Cortex-A8, 600 MHz |
| Arbeitsspeicher | 256 MB |
| Speicher | 8/16/32 GB |
| Kamera | 3 MP, Autofokus, VGA-Video |
| Akku | 1.220 mAh |
| Maße | 115,5 x 62,1 x 12,3 mm |
| Gewicht | 135 Gramm |
Kamera
Die Kamera des iPhone 3GS löste mit 3 Megapixeln auf und bot erstmals einen Autofokus sowie eine automatische Weißabgleich- und Makrofunktion. Auch Videoaufnahmen in VGA-Auflösung waren neu und machten das Gerät zu einer echten Alternative für spontane Schnappschüsse und kurze Clips. Bei Tageslicht lieferte die Kamera ordentliche Ergebnisse, bei wenig Licht zeigte sich schnell Bildrauschen, zudem fehlte eine Blitzfunktion vollständig.
Kameravergleich
Im Vergleich zu Konkurrenten wie dem Nokia N97, das ebenfalls 2009 erschien und mit 5 Megapixeln sowie LED-Blitz warb, lag das 3GS bei der reinen Auflösung zurück. Beim Bedienkomfort und der Geschwindigkeit vom Auslösen bis zum fertigen Foto hatte das iPhone dank der einfachen Kamera-App jedoch die Nase vorn.
| Smartphone | Kamera | Besonderheit |
|---|---|---|
| iPhone 3GS | 3 MP, Autofokus | Kein Blitz, dafür VGA-Videoaufnahme |
| Nokia N97 | 5 MP, Autofokus | Mit LED-Blitz |
Konnektivität
WLAN und Mobilfunk
Das iPhone 3GS unterstützte WLAN nach 802.11b/g sowie HSDPA mit bis zu 7,2 Mbit/s, was gegenüber dem iPhone 3G deutlich schnelleres mobiles Surfen ermöglichte. Bluetooth 2.1 erlaubte die Kopplung mit Headsets und Freisprecheinrichtungen, wenn auch ohne Dateiübertragung, wie sie bei anderen Herstellern üblich war.
GPS
Ein integriertes GPS-Modul sowie der neue digitale Kompass machten das 3GS zu einem brauchbaren Navigationsgerät, vorausgesetzt eine passende App war installiert. Für viele Nutzer war dies der erste Kontakt mit satellitengestützter Navigation direkt auf dem Smartphone.
Multimedia
Als Nachfolger des iPods in vielen Hosentaschen punktete das 3GS mit dem gewohnt guten iPod-Player für Musik und Video. Der 3,5-mm-Klinkenanschluss erlaubte den Anschluss beliebiger Kopfhörer. Die Sprachsteuerung „Voice Control“ erkannte einfache Befehle wie das Abspielen bestimmter Songs oder das Wählen von Kontakten, ganz ohne Internetverbindung. YouTube-Videos ließen sich über eine vorinstallierte App direkt streamen, ein echter Fortschritt gegenüber vielen Feature-Phones der Zeit.
Akku und Ausdauer
Der fest verbaute 1.220-mAh-Akku reichte laut Apple für bis zu 5 Stunden mobiles Surfen über 3G, bis zu 10 Stunden Videowiedergabe und bis zu 30 Stunden Musikwiedergabe. Im Alltag mit aktivem Mobilfunk, WLAN und gelegentlichem App-Gebrauch kamen die meisten Nutzer über einen Tag, bei intensiver Nutzung musste bereits am Nachmittag nachgeladen werden. Eine Schnellladefunktion oder kabelloses Laden gab es 2009 noch nicht, geladen wurde ausschließlich über den 30-Pin-Connector. Nutzer, die viel telefonierten und gleichzeitig mobile Daten nutzten, berichteten von einer spürbar kürzeren Laufzeit, da beide Funktionen gleichzeitig auf den Akku zugriffen. Wie bei allen iPhones dieser Generation ließ der fest verbaute Akku nach etwa zwei bis drei Jahren intensiver Nutzung merklich nach, weshalb ein Akkutausch durch spezialisierte Werkstätten zu einer verbreiteten Praxis wurde.
Warum wird noch heute danach gesucht?
Das iPhone 3GS gilt für viele als das Smartphone, mit dem die eigene mobile Internetnutzung überhaupt erst begann, und weckt entsprechend Nostalgie. Sammler schätzen originalverpackte oder gut erhaltene Geräte, weil sie einen wichtigen Wendepunkt der Mobilfunkgeschichte dokumentieren. Daneben suchen manche Nutzer gezielt nach Ersatzteilen oder Reparaturanleitungen, um alte Geräte als Zweitgerät, Ausstellungsstück oder Retro-Spielzeug wieder in Betrieb zu nehmen.
Fazit
Das Apple iPhone 3GS war 2009 der Beweis dafür, dass Apple sein erstes iPhone-Konzept konsequent weiterentwickeln konnte. Mit spürbar mehr Geschwindigkeit, einer verbesserten Kamera und praktischen neuen Funktionen wie Kompass und Sprachsteuerung baute es die Vorreiterrolle des iPhones weiter aus. Auch wenn Display und Kamera aus heutiger Sicht bescheiden wirken, bleibt das 3GS ein wichtiges Kapitel der Smartphone-Geschichte und ein gefragtes Sammlerstück.