Apple iPhone SE (2016) – Test, Erfahrungen & technische Daten

Apple iPhone SE (2016) – Test, Erfahrungen & technische Daten

Das Apple iPhone SE der ersten Generation kam im März 2016 auf den Markt und verband das kompakte Gehäuse des iPhone 5s mit der Technik des aktuellen iPhone 6s. In Deutschland startete es bei 489 Euro für die 16-GB-Version, in den USA bei 399 US-Dollar. Damit war es zum Marktstart das günstigste aktuelle iPhone überhaupt. Viele Nutzer schätzten vor allem die kompakte Größe von nur 4 Zoll, die sich mit einer Hand bedienen ließ. Bis heute gilt das erste iPhone SE als beliebtestes Modell für alle, die kleine Smartphones bevorzugen.

Einführung

Apple präsentierte das iPhone SE am 21. März 2016, der Verkaufsstart erfolgte am 31. März desselben Jahres. „SE“ stand dabei für „Special Edition“. Anders als bei den bisherigen jährlichen iPhone-Generationen kombinierte Apple hier bewusst ein zwei Jahre altes Gehäusedesign mit brandneuer Technik. Zielgruppe waren Nutzer, die kein größeres Display wollten, aber dennoch nicht auf aktuelle Leistung, Kamera und Softwareunterstützung verzichten wollten.

Ausgeliefert wurde das Gerät mit iOS 9.3 und war damit von Anfang an voll kompatibel mit allen aktuellen Apps der Zeit, ohne die Kompromisse älterer Hardware.

Der Zeitpunkt war kein Zufall: Nachdem die iPhone-6-Generation die Displays deutlich vergrößert hatte, mehrten sich Stimmen von Nutzern, die ein kompaktes, einhändig bedienbares Gerät vermissten. Apple reagierte mit dem SE gezielt auf diese Nachfrage, ohne dafür ein komplett neues Gehäuse entwickeln zu müssen, was zugleich die Produktionskosten und damit den Verkaufspreis niedrig hielt.

Technische Daten Wert
Vorstellung 21. März 2016
Marktstart 31. März 2016
Prozessor Apple A9 mit M9-Motion-Coprozessor
Arbeitsspeicher 2 GB RAM
Speicher 16 oder 64 GB (später 32/128 GB)
Display 4 Zoll, 1136 x 640 Pixel, Retina
Kamera 12 Megapixel, 4K-Video
Akku 1.624 mAh
Maße und Gewicht 123,8 x 58,6 x 7,6 mm, 113 Gramm

Das iPhone SE traf einen Nerv bei allen, die dem Trend zu immer größeren Displays nicht folgen wollten, und wurde so zu einem der meistverkauften kompakten Smartphones seiner Zeit.

Design und Verarbeitung

Gehäuse

Optisch entsprach das iPhone SE fast vollständig dem iPhone 5s aus dem Jahr 2013, mit abgeflachten Kanten, einer Rückseite aus Aluminium und einem schmalen Glasstreifen für Antennen. Erhältlich war es in Space Grau, Silber, Gold und Roségold. Mit nur 113 Gramm Gewicht und 7,6 Millimetern Bautiefe zählte es zu den leichtesten und kompaktesten iPhones überhaupt.

Ausstattung

Der Home-Button beherbergte einen Touch-ID-Sensor der ersten Generation, wie er bereits im iPhone 5s verbaut war, daher etwas langsamer als beim 6s. Ein 3,5-mm-Klinkenanschluss, Lightning-Port und NFC für Apple Pay waren vorhanden. Auf eine optische Bildstabilisierung bei der Kamera musste aus Platzgründen im schmalen Gehäuse verzichtet werden. Die aus dem iPhone 5s übernommene Bauweise bedeutete zudem, dass ein Großteil des vorhandenen Zubehörs, etwa Hüllen und Displayschutzfolien für das 5s, ohne Anpassung weiterverwendet werden konnte, was für viele Käufer ein zusätzlicher finanzieller Vorteil war.

Software und Benutzeroberfläche

Mit iOS 9.3 als Startversion profitierte das iPhone SE von sämtlichen aktuellen Funktionen der Zeit, darunter Night Shift zur Reduzierung von Blaulicht am Abend. Da die interne Technik der des iPhone 6s entsprach, erhielt auch das SE Updates bis iOS 15, was für ein derart kompaktes Gerät eine ungewöhnlich lange Unterstützung von rund sechs Jahren bedeutete. Damit blieb das SE über weite Strecken seiner Lebensdauer auf demselben Softwarestand wie deutlich teurere, aktuelle iPhones, ein seltenes Alleinstellungsmerkmal für ein Einsteigergerät.

Display

Das 4 Zoll große Retina-Display löste mit 1136 x 640 Pixeln auf und erreichte 326 ppi Pixeldichte. Es war damit identisch zum Display des iPhone 5s und bot scharfe Darstellung bei kompakter Größe. Nutzer, die viel mit einer Hand tippten, schätzten diesen Formfaktor besonders, verzichteten dafür aber auf die größere Bildfläche moderner Displays.

Merkmal Wert
Displaygröße 4 Zoll
Auflösung 1136 x 640 Pixel
Pixeldichte 326 ppi
Technologie IPS-LCD, Retina

Leistung

Im Inneren steckte derselbe Apple-A9-Chip mit 2 GB Arbeitsspeicher wie im großen iPhone 6s, wodurch das SE trotz kompakter Bauweise die volle Leistung des damaligen Spitzenmodells bot. Apps starteten schnell, Multitasking funktionierte flüssig und auch aufwendigere Spiele liefen ohne spürbare Ruckler. Die Fachpresse hob damals besonders hervor, dass das SE bei gleicher Rechenleistung wie das deutlich teurere 6s einen erheblichen Preisvorteil bot. Lediglich beim Akku und der fehlenden optischen Bildstabilisierung der Kamera musste das kleinere Gehäuse Kompromisse eingehen.

Kategorie Apple iPhone SE (2016)
Preis bei Marktstart ab 489 Euro (16 GB) in Deutschland, ab 399 US-Dollar in den USA
Display 4 Zoll, 1136 x 640 Pixel
Prozessor Apple A9 mit M9-Coprozessor
Arbeitsspeicher 2 GB
Speicher 16/64 GB, später 32/128 GB
Kamera 12 MP, 4K-Video, kein OIS
Akku 1.624 mAh
Maße 123,8 x 58,6 x 7,6 mm
Gewicht 113 Gramm

Kamera

Die 12-Megapixel-Hauptkamera entsprach im Sensor weitgehend der des iPhone 6s und erlaubte 4K-Videoaufnahmen sowie Zeitlupenvideos in Full-HD. Auf eine optische Bildstabilisierung musste im kompakten Gehäuse jedoch verzichtet werden, was sich bei wenig Licht und Videoaufnahmen aus der Hand leicht bemerkbar machte. Bei guten Lichtverhältnissen lieferte die Kamera dennoch Aufnahmen auf Höhe des großen Bruders.

Kameravergleich

Im direkten Vergleich zum iPhone 6s, das dieselbe Sensorauflösung, aber eine optische Bildstabilisierung bot, lag das SE bei Aufnahmen mit wenig Licht leicht zurück. Gegenüber kompakten Android-Modellen der Zeit wie dem Sony Xperia Compact lieferte das SE dank der ausgereiften Kamerasoftware dennoch häufig die natürlicheren Farben.

Smartphone Kamera Besonderheit
iPhone SE (2016) 12 MP Ohne optische Bildstabilisierung
iPhone 6s 12 MP Mit optischer Bildstabilisierung
Sony Xperia Compact ca. 23 MP Höhere Auflösung, kompaktes Format

Konnektivität

WLAN und Mobilfunk

Das iPhone SE unterstützte WLAN nach 802.11ac und LTE Advanced für schnelle mobile Datenübertragung. Bluetooth 4.2 und NFC für Apple Pay rundeten die Ausstattung ab und entsprachen dem Stand des zeitgleich verkauften iPhone 6s.

GPS

GPS und GLONASS sorgten für eine zuverlässige und schnelle Standortbestimmung, was das kompakte SE auch zu einem praktischen Begleiter für Fitness-Tracking und Navigation im Alltag machte.

Multimedia

Trotz des kleinen Gehäuses bot das iPhone SE denselben Funktionsumfang wie größere iPhones der Zeit, inklusive 3,5-mm-Klinkenanschluss, Stereo-Sound über den unteren Lautsprecher und Unterstützung für Live Photos. AirPlay ermöglichte die drahtlose Übertragung an ein Apple TV, was das SE trotz seiner Kompaktheit vielseitig einsetzbar machte. Für unterwegs erwies sich das kleine Gehäuse zudem als praktischer Vorteil beim Musikhören während des Sports, da es sich leicht in kleinen Taschen oder Armbändern verstauen ließ, ein Argument, das größere iPhones der Zeit nicht bieten konnten.

Akku und Ausdauer

Der mit 1.624 mAh vergleichsweise kleine Akku reichte dank der effizienten A9-Architektur für einen normalen Nutzungstag mit Telefonie, Nachrichten und gelegentlichem Surfen. Bei intensiverer Nutzung, etwa durch Navigation oder Videostreaming, war ein Nachladen am Nachmittag häufiger nötig als bei größeren iPhones mit mehr Akkukapazität. Schnellladen oder kabelloses Laden bot das Gerät nicht. Wegen der kompakten Bauform und des im Vergleich zu größeren iPhones kleineren Akkus zählte die Akkulaufzeit zu den am häufigsten kritisierten Punkten in zeitgenössischen Testberichten, auch wenn die meisten Nutzer im Alltag gut zurechtkamen.

Warum wird noch heute danach gesucht?

Das erste iPhone SE bleibt bis heute das Referenzgerät für alle, die ein kleines, einhändig bedienbares iPhone suchen, ein Formfaktor, den Apple seither nicht mehr in dieser Form angeboten hat. Viele Interessenten suchen gezielt nach gebrauchten Exemplaren, weil moderne Smartphones fast durchweg größer geworden sind. Auch als günstiges Zweitgerät oder für Nutzer mit kleineren Händen bleibt das Modell gefragt. Manche Käufer schätzen zudem die einfache Ein-Hand-Bedienung beim Sport oder unterwegs, ein Aspekt, der bei immer größer werdenden Smartphone-Displays zunehmend in den Hintergrund gerückt ist.

Fazit

Das Apple iPhone SE der ersten Generation war 2016 ein cleverer Kompromiss aus bewährtem, kompaktem Design und aktueller Spitzenleistung zu einem attraktiven Preis. Es bewies, dass ein kleines Gehäuse nicht zwangsläufig mit veralteter Technik einhergehen muss. Auch Jahre später wird es von einer treuen Fangemeinde vermisst, die sich ein ähnlich kompaktes iPhone zurückwünscht. Für viele bleibt es bis heute der Maßstab dafür, wie viel Leistung sich in einem wirklich kleinen Gehäuse unterbringen lässt, ohne bei Software und Kamera nennenswerte Kompromisse eingehen zu müssen.