Apple iPhone 5c (2013) – Test, Erfahrungen & technische Daten

Apple iPhone 5c (2013) – Test, Erfahrungen & technische Daten

Das Apple iPhone 5c erschien im September 2013 als bunte, günstigere Ergänzung zum parallel vorgestellten iPhone 5s. Der Einstiegspreis in Deutschland lag bei 599 Euro für die 16-GB-Version, in den USA startete es bei 99 US-Dollar mit Vertrag. Statt des üblichen Aluminiumgehäuses setzte Apple erstmals auf ein durchgefärbtes Polycarbonat-Gehäuse in fünf kräftigen Farben. Technisch entsprach das 5c im Kern dem Vorjahresmodell iPhone 5, bot dafür aber LTE, eine verbesserte Kamera und aktuelle Software. Bis heute wird es vor allem wegen seines auffälligen Designs und als günstiger Einstieg ins Apple-Ökosystem gesucht.

Einführung

Apple stellte das iPhone 5c am 10. September 2013 gemeinsam mit dem iPhone 5s vor, der Verkaufsstart in Deutschland erfolgte am 20. September 2013. Die Idee dahinter: ein günstigeres iPhone anbieten, ohne dabei auf ein veraltetes Innenleben zurückzugreifen. Entwickelt wurde das Gerät vollständig von Apple, das Gehäuse jedoch bewusst aus robustem, durchgefärbtem Polycarbonat statt aus Aluminium gefertigt. Damit richtete sich das 5c gezielt an ein jüngeres Publikum und an Märkte, in denen ein farbenfrohes Einstiegs-iPhone gefragt war.

Innerlich basierte das Gerät weitgehend auf dem iPhone 5 aus dem Vorjahr, wurde jedoch bei Mobilfunkstandard, Frontkamera und Software auf den aktuellen Stand gebracht und erschien mit iOS 7, das mit seinem flachen Design einen kompletten Bruch mit dem bisherigen iOS-Erscheinungsbild markierte.

Für Apple war das 5c auch strategisch bedeutsam: Es war der erste Versuch, das Portfolio bewusst nach oben und unten zu staffeln, statt wie zuvor lediglich ein einziges aktuelles Modell und ein abgespecktes Vorjahresgerät anzubieten. Diese Zwei-Modell-Strategie aus einem Premium- und einem Einsteigergerät prägte in abgewandelter Form spätere iPhone-Jahrgänge bis heute, auch wenn Apple das reine Kunststoffgehäuse-Konzept nach dem 5c nicht wiederholte.

Technische Daten Wert
Vorstellung 10. September 2013
Marktstart 20. September 2013
Prozessor Apple A6, Dual-Core, 1,3 GHz
Arbeitsspeicher 1 GB RAM
Speicher 8, 16 oder 32 GB
Display 4 Zoll, 1136 x 640 Pixel, 326 ppi
Kamera 8 Megapixel mit f/2.4-Blende
Akku 1.510 mAh
Maße und Gewicht 124,4 x 59,2 x 8,97 mm, 132 Gramm

Das iPhone 5c sollte ursprünglich vor allem in Schwellenländern und bei jüngeren Käufern für zusätzliche Stückzahlen sorgen. Die Verkaufszahlen blieben zwar hinter den Erwartungen zurück, das auffällige Farbkonzept beeinflusste aber spätere iPhone-Generationen bis heute sichtbar.

Design und Verarbeitung

Gehäuse

Das 5c bestand aus einer einteiligen, hart beschichteten Polycarbonat-Schale, die von einem internen Stahlrahmen verstärkt wurde. Erhältlich war es in Weiß, Pink, Gelb, Blau und Grün, jeweils in kräftigen, glänzenden Farbtönen. Die Rückseite wirkte dadurch deutlich verspielter als bei den bisherigen Aluminium-iPhones, blieb aber griffig und wertig verarbeitet.

Ausstattung

Zur Ausstattung zählten ein Lightning-Anschluss, ein mechanischer Home-Button ohne Fingerabdrucksensor sowie ein 3,5-mm-Klinkenanschluss. Ein microSD-Slot fehlte weiterhin, ebenso ein austauschbarer Akku. Dafür unterstützte das 5c erstmals in dieser Preisklasse LTE sowie Bluetooth 4.0 und war für den damaligen Standard sehr kompakt und leicht. Passend zum bunten Gehäuse bot Apple eigens designte, perforierte Silikon-Hüllen an, die farblich mit den Geräteoptionen kombiniert werden konnten, ein für Apple ungewöhnlich verspielter Zubehör-Ansatz.

Software und Benutzeroberfläche

Mit iOS 7 führte Apple ein komplett überarbeitetes, flaches Bedienkonzept ein, das auf Schatten und Skeuomorphismus weitgehend verzichtete. Neu waren unter anderem das Kontrollzentrum, AirDrop zum drahtlosen Dateiaustausch sowie eine überarbeitete Siri. Das iPhone 5c erhielt im Laufe seiner Lebenszeit Updates bis iOS 10, danach war aufgrund des 1 GB großen Arbeitsspeichers und des A6-Prozessors keine offizielle Unterstützung mehr vorgesehen. Diese vergleichsweise kurze Update-Zeit von rund drei Jahren unterschied das 5c deutlich von späteren Einsteiger-iPhones wie dem iPhone SE, die dank leistungsfähigerer Chips wesentlich länger versorgt wurden.

Display

Das 4 Zoll große Retina-Display löste mit 1136 x 640 Pixeln auf und erreichte eine Pixeldichte von 326 ppi, was für gestochen scharfe Texte und Symbole sorgte. Die IPS-Technologie bot gute Blickwinkel und natürliche Farben, blieb aber bei der reinen Displaygröße hinter vielen zeitgleich erschienenen Android-Smartphones zurück, die bereits auf 4,5 bis 5 Zoll setzten.

Merkmal Wert
Displaygröße 4 Zoll
Auflösung 1136 x 640 Pixel
Pixeldichte 326 ppi
Technologie IPS-LCD, Retina

Leistung

Der Apple A6-Chip mit zwei Kernen und 1,3 GHz Taktung sowie 1 GB Arbeitsspeicher stammte technisch vom iPhone 5 und war zum Marktstart des 5c bereits ein Jahr alt. Im Alltag reichte die Leistung für flüssiges Surfen, Multitasking zwischen wenigen Apps und die gängigen Spiele der Zeit völlig aus. Gegenüber dem gleichzeitig vorgestellten iPhone 5s mit dem neuen 64-Bit-Chip A7 fiel das 5c spürbar zurück, was sich vor allem bei rechenintensiven Spielen und bei der Zukunftssicherheit für spätere iOS-Updates zeigte. Für alltägliche Aufgaben wie Nachrichten, Browsen und Fotografieren blieb das Gerät jedoch über Jahre hinweg angenehm reaktionsschnell.

Kategorie Apple iPhone 5c
Preis bei Marktstart ab 599 Euro (16 GB) in Deutschland, ab 99 US-Dollar mit Vertrag in den USA
Display 4 Zoll, 1136 x 640 Pixel
Prozessor Apple A6, Dual-Core, 1,3 GHz
Arbeitsspeicher 1 GB
Speicher 8/16/32 GB
Kamera 8 MP, f/2.4, 1080p-Video
Akku 1.510 mAh
Maße 124,4 x 59,2 x 8,97 mm
Gewicht 132 Gramm

Kamera

Die 8-Megapixel-Hauptkamera des iPhone 5c nutzte einen Sony-Bildsensor mit f/2.4-Blende und bot eine optische Bildstabilisierung für Fotos bei wenig Licht. Videos ließen sich in Full-HD mit 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Die Frontkamera mit 1,2 Megapixeln und 720p-Video war für Videotelefonate über FaceTime ausgelegt, wirkte im Vergleich zu späteren Frontkameras aber bereits zum Marktstart bescheiden.

Kameravergleich

Gegenüber dem iPhone 5s, das dieselbe 8-Megapixel-Auflösung nutzte, aber über eine größere Blende und einen True-Tone-Blitz mit zwei LEDs verfügte, fiel das 5c bei Aufnahmen in dunklerer Umgebung leicht ab. Gegenüber Android-Konkurrenten wie dem Samsung Galaxy S4 mit 13 Megapixeln lag das 5c bei der reinen Auflösung zurück, bot aber eine konsistentere Bildqualität bei wechselnden Lichtverhältnissen.

Smartphone Kamera Besonderheit
iPhone 5c 8 MP, f/2.4 Ohne True-Tone-Blitz
iPhone 5s 8 MP, größere Blende Mit True-Tone-Blitz
Samsung Galaxy S4 13 MP Höhere Auflösung, mehr Modi

Konnektivität

WLAN und Mobilfunk

Das iPhone 5c unterstützte WLAN nach 802.11a/b/g/n sowie erstmals in einem Einsteigermodell von Apple LTE mit hohen Übertragungsraten in vielen Frequenzbändern. Bluetooth 4.0 sorgte für einen sparsameren Verbindungsaufbau zu Zubehör wie Kopfhörern oder Fitnessarmbändern.

GPS

Ein kombiniertes GPS- und GLONASS-Modul lieferte eine für die Zeit präzise Standortbestimmung, was Navigations- und Fitness-Apps spürbar zugutekam. In Kombination mit LTE eignete sich das 5c gut als mobiler Reisebegleiter, zumal Apple Maps zu diesem Zeitpunkt bereits eine turn-by-turn-Navigation mit Sprachansage bot, die zuvor separaten Apps vorbehalten war.

Multimedia

Der 3,5-mm-Klinkenanschluss und die iTunes-Integration machten das iPhone 5c zu einem soliden Musik- und Videoplayer. AirPlay erlaubte die drahtlose Übertragung von Inhalten an ein Apple TV, was das Gerät auch im Wohnzimmer praktisch machte. Für Videotelefonate stand FaceTime sowohl über WLAN als auch über Mobilfunk zur Verfügung, ein Vorteil gegenüber vielen Android-Geräten der Zeit, die auf Drittanbieter-Apps angewiesen waren.

Akku und Ausdauer

Der 1.510-mAh-Akku reichte laut Apple für bis zu 10 Stunden mobiles Surfen über LTE, bis zu 10 Stunden Videowiedergabe und bis zu 40 Stunden Musikwiedergabe. Im Alltag mit gemischter Nutzung kamen die meisten Besitzer gut über einen vollen Tag, bei intensiver Nutzung von Kamera, GPS und mobilen Daten sank die Laufzeit spürbar. Schnellladen oder kabelloses Laden bot das Gerät nicht, geladen wurde über den neuen Lightning-Anschluss. Wie bei allen Smartphones mit fest verbautem Akku nahm die Kapazität über mehrere Jahre Nutzung spürbar ab, sodass viele der heute noch aktiven Geräte bereits einen Akkutausch hinter sich haben.

Warum wird noch heute danach gesucht?

Das iPhone 5c bleibt vor allem wegen seines ungewöhnlichen, farbenfrohen Designs im Gedächtnis, das sich deutlich von allen anderen iPhones abhebt. Sammler und Fans des bunten Polycarbonat-Gehäuses suchen gezielt nach gut erhaltenen Exemplaren in bestimmten Farben. Andere Interessenten schauen sich das Modell als extrem günstiges Zweitgerät oder als Einstieg in ältere iOS-Versionen für App-Entwicklung und Nostalgie-Projekte an. Nicht zuletzt macht die begrenzte Verkaufszeit das 5c auch für Sammler interessant, die gezielt nach besonders seltenen Farbvarianten oder originalverpackten Geräten aus der kurzen Produktionsphase suchen.

Fazit

Das Apple iPhone 5c war ein mutiges Experiment: ein iPhone, das sich optisch radikal von der bisherigen Designsprache löste, technisch aber bewusst auf bewährter Basis blieb. Es bot solide Mittelklasse-Leistung, ein scharfes Display und die Vorzüge von iOS 7 zu einem etwas günstigeren Preis als das gleichzeitig erschienene iPhone 5s. Auch wenn es kommerziell nicht an die Erwartungen herankam, bleibt das 5c bis heute eines der optisch einprägsamsten iPhone-Modelle.