Apple iPhone 6s (2015) – Test, Erfahrungen & technische Daten

Apple iPhone 6s (2015) – Test, Erfahrungen & technische Daten

Das Apple iPhone 6s erschien im September 2015 und war das erste iPhone mit 3D Touch, einer druckempfindlichen Displaytechnologie. In Deutschland startete es bei 739 Euro für die kleinste Speicherversion, in den USA bei 649 US-Dollar. Die 12-Megapixel-Kamera erlaubte erstmals 4K-Videoaufnahmen und die neuen Live Photos verwandelten Standbilder in kurze bewegte Momentaufnahmen. Angetrieben wurde das Gerät vom neuen A9-Chip, der laut Apple deutlich schneller war als sein Vorgänger. Bis heute wird das iPhone 6s häufig gesucht, weil es lange als zuverlässiges, kompaktes Einsteigergerät diente.

Einführung

Apple stellte das iPhone 6s und das größere iPhone 6s Plus am 9. September 2015 vor, der Verkaufsstart erfolgte am 25. September 2015. Äußerlich blieb das Gehäuse dem Vorgänger iPhone 6 sehr ähnlich, im Inneren und bei der Bedienung tat sich dagegen einiges. Mit 3D Touch führte Apple eine neue Interaktionsebene ein, bei der die Stärke des Fingerdrucks auf dem Display als zusätzliches Eingabesignal ausgewertet wurde, etwa um Vorschauen von Links oder Fotos anzuzeigen oder Schnellzugriffe auf App-Symbolen zu öffnen.

Das robustere, aus 7000er-Serie-Aluminium gefertigte Gehäuse reagierte zudem auf Kritik am Vorgänger, der sich unter starkem Druck leicht verbiegen ließ. Ausgeliefert wurde das 6s mit iOS 9.

2015 stand Apple unter verstärktem Druck durch große Android-Flaggschiffe mit randlosen Displays und hoher Auflösung. Statt auf ein neues Gehäusekonzept zu setzen, konzentrierte sich Apple beim 6s bewusst auf innere Werte: schnellerer Chip, deutlich bessere Kamera und eine völlig neue Bedienmethode mit 3D Touch, die kein Konkurrent zu diesem Zeitpunkt in vergleichbarer Form anbot.

Technische Daten Wert
Vorstellung 9. September 2015
Marktstart 25. September 2015
Prozessor Apple A9, Dual-Core
Arbeitsspeicher 2 GB RAM
Speicher 16, 64 oder 128 GB
Display 4,7 Zoll, 1334 x 750 Pixel mit 3D Touch
Kamera 12 Megapixel, 4K-Video
Akku 1.715 mAh
Maße und Gewicht 138,3 x 67,1 x 7,1 mm, 143 Gramm

Das iPhone 6s gehörte lange zu den meistverkauften iPhones überhaupt und wurde in Deutschland bis weit in die 2020er-Jahre auf gebrauchten Marktplätzen und in Reparaturwerkstätten nachgefragt.

Design und Verarbeitung

Gehäuse

Optisch unterschied sich das 6s kaum vom iPhone 6, technisch nutzte Apple aber ein stabileres 7000er-Aluminium für das Gehäuse. Dadurch verbog sich das Gerät deutlich weniger leicht als sein Vorgänger, ein Punkt, der zuvor unter dem Schlagwort „Bendgate“ für Aufsehen gesorgt hatte. Erhältlich war das 6s in Silber, Space Grau, Gold und erstmals in Roségold.

Ausstattung

Der Home-Button beherbergte einen verbesserten Touch-ID-Fingerabdrucksensor der zweiten Generation, der spürbar schneller entsperrte als beim Vorgänger. Der 3,5-mm-Klinkenanschluss war weiterhin vorhanden, ebenso der Lightning-Port zum Laden und für Zubehör. Ein microSD-Slot fehlte weiterhin, dafür bot das Gerät Wasserabweisung gegen leichten Spritzwasserkontakt, auch wenn Apple keine offizielle IP-Zertifizierung auswies. Die Seitentasten für Lautstärke und Stummschaltung blieben mechanisch und unverändert zum Vorgänger, sodass Zubehör wie Hüllen und Displayschutzfolien weiterhin größtenteils kompatibel blieb, was für Zubehörhersteller und Käufer gleichermaßen praktisch war.

Software und Benutzeroberfläche

Mit iOS 9 als Startversion erhielt das iPhone 6s zahlreiche Funktionen, die auf 3D Touch aufbauten, etwa Schnellaktionen beim festen Drücken von App-Icons und eine druckempfindliche Bedienung der Tastatur zum schnellen Cursor-Verschieben. Live Photos ergänzten Fotos automatisch um 1,5 Sekunden Bewegtbild und Ton vor und nach der Aufnahme. Das Gerät erhielt Updates bis iOS 15, was einer Unterstützung von rund sechs Jahren entsprach und für ein Smartphone dieser Preisklasse außergewöhnlich lange war. Diese Update-Politik unterschied Apple deutlich von den meisten Android-Herstellern der Zeit, deren Geräte oft schon nach zwei bis drei Jahren keine großen Systemupdates mehr erhielten, und trug wesentlich zum guten Wiederverkaufswert des 6s bei.

Display

Das 4,7 Zoll große Retina-HD-Display löste weiterhin mit 1334 x 750 Pixeln auf, was der Auflösung des iPhone 6 entsprach. Neu war die 3D-Touch-Schicht direkt unter dem Glas, die den Druck des Fingers erkannte, ohne die Bildqualität sichtbar zu beeinträchtigen. Farben und Kontraste blieben auf dem gewohnt guten IPS-Niveau.

Merkmal Wert
Displaygröße 4,7 Zoll
Auflösung 1334 x 750 Pixel
Pixeldichte 326 ppi
Technologie IPS-LCD mit 3D Touch

Leistung

Der neue Apple-A9-Chip war laut Herstellerangabe im Prozessor bis zu 70 Prozent und bei der Grafikleistung bis zu 90 Prozent schneller als der Vorgänger A8. In Kombination mit 2 GB Arbeitsspeicher, doppelt so viel wie beim iPhone 6, lief das 6s auch nach Jahren noch flüssig durch aktuelle Apps der jeweiligen Zeit. Nutzer und Fachpresse lobten insbesondere die kurze Reaktionszeit bei 3D-Touch-Gesten und die insgesamt sehr gute Alltagsleistung. Erst mit den immer anspruchsvolleren iOS-Versionen und größeren Apps machte sich in den letzten unterstützten Jahren eine spürbare Verlangsamung bemerkbar.

Kategorie Apple iPhone 6s
Preis bei Marktstart ab 739 Euro (16 GB) in Deutschland, ab 649 US-Dollar in den USA
Display 4,7 Zoll, 1334 x 750 Pixel, 3D Touch
Prozessor Apple A9, Dual-Core
Arbeitsspeicher 2 GB
Speicher 16/64/128 GB
Kamera 12 MP, 4K-Video, Live Photos
Akku 1.715 mAh
Maße 138,3 x 67,1 x 7,1 mm
Gewicht 143 Gramm

Kamera

Erstmals in einem iPhone löste die Hauptkamera mit 12 Megapixeln auf und erlaubte Videoaufnahmen in 4K mit 30 Bildern pro Sekunde sowie Zeitlupenvideos in Full-HD mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Die 5-Megapixel-Frontkamera unterstützte zudem eine Retina-Flash-Funktion, bei der das Display selbst als Blitzlicht diente. In der Praxis lieferte die Kamera detailreiche Fotos bei Tageslicht und deutlich verbesserte Ergebnisse bei Kunstlicht gegenüber dem Vorgänger.

Kameravergleich

Gegenüber dem iPhone 6 mit 8 Megapixeln stellte das 6s einen deutlichen Sprung dar, insbesondere bei der Detailschärfe. Im Vergleich zu Android-Flaggschiffen wie dem Samsung Galaxy S6, das ebenfalls 2015 erschien und mit 16 Megapixeln sowie optischer Bildstabilisierung punktete, lag das 6s bei der reinen Pixelanzahl zurück, bot dafür aber eine sehr konsistente Farbwiedergabe.

Smartphone Kamera Besonderheit
iPhone 6s 12 MP 4K-Video, Live Photos, Retina Flash
iPhone 6 8 MP Kein 4K, kein 3D Touch
Samsung Galaxy S6 16 MP Optische Bildstabilisierung

Konnektivität

WLAN und Mobilfunk

Das iPhone 6s unterstützte WLAN nach 802.11ac für schnellere Datenübertragung im Heimnetzwerk sowie LTE Advanced für höhere mobile Downloadraten. Bluetooth 4.2 verbesserte den Energieverbrauch beim Verbindungsaufbau zu Zubehör wie der neuen Apple Watch, die kurz zuvor erschienen war. Ein NFC-Chip ermöglichte zudem kontaktloses Bezahlen über Apple Pay.

GPS

Neben GPS unterstützte das 6s auch GLONASS für eine präzisere und schnellere Standortbestimmung, was besonders in Städten mit vielen hohen Gebäuden von Vorteil war. Navigations-Apps profitierten spürbar von der verbesserten Ortungsgenauigkeit.

Multimedia

Mit dem weiterhin vorhandenen 3,5-mm-Klinkenanschluss, gutem Stereo-Sound über den unteren Lautsprecher und der Unterstützung von 4K-Videos war das iPhone 6s ein vielseitiges Multimedia-Gerät. Live Photos ließen sich auch als kurze animierte Sperrbildschirmhintergründe nutzen. AirPlay erlaubte weiterhin die drahtlose Wiedergabe auf einem Apple TV oder kompatiblen Lautsprechern. Für Musikliebhaber blieb außerdem der Zugriff auf Apple Music, kurz zuvor gestartet, sowie auf den weiterhin vorhandenen 3,5-mm-Anschluss für hochwertige kabelgebundene Kopfhörer erhalten, was das 6s im Vergleich zu späteren Modellen ohne Klinkenbuchse bei audiophilen Nutzern beliebt machte.

Akku und Ausdauer

Der mit 1.715 mAh etwas kleinere Akku als beim Vorgänger wurde durch die effizientere A9-Architektur ausgeglichen, sodass die Akkulaufzeit im Alltag vergleichbar blieb. Bei gemischter Nutzung aus Telefonie, Nachrichten, Browsen und gelegentlichem Fotografieren reichte eine Ladung meist für einen vollen Tag. Intensive Nutzung von GPS, Kamera und mobilen Daten verkürzte die Laufzeit merklich. Schnellladen oder kabelloses Laden bot das Gerät noch nicht. Nach mehreren Jahren im Einsatz berichteten viele Nutzer über spürbar nachlassende Akkulaufzeit, worauf Apple 2017 mit einem Programm zum vergünstigten Akkutausch reagierte, das seinerzeit für erhebliche mediale Aufmerksamkeit sorgte.

Warum wird noch heute danach gesucht?

Das iPhone 6s gilt vielen als Sinnbild für Langlebigkeit, weil es dank der langen Softwareunterstützung bis iOS 15 noch Jahre nach dem Kauf zuverlässig funktionierte. Es wird häufig als günstiges Einsteiger- oder Zweitgerät für Kinder, Senioren oder als Ersatzhandy gesucht. Auch Reparaturbedarf spielt eine Rolle, da viele Geräte inzwischen einen Akkutausch oder Displaywechsel benötigen, um weiterhin im Alltag genutzt werden zu können. Da das Modell in enormen Stückzahlen verkauft wurde, sind entsprechende Ersatzteile und Reparaturanleitungen breit verfügbar, was Instandsetzungen im Vergleich zu selteneren oder neueren Geräten oft unkomplizierter macht.

Fazit

Das Apple iPhone 6s war 2015 ein rundum ausgereiftes Update, das mit 3D Touch, einer deutlich verbesserten Kamera und einem robusteren Gehäuse überzeugte. Die lange Softwareunterstützung machte es zu einem der langlebigsten iPhones seiner Zeit. Auch heute noch funktionieren viele Geräte zuverlässig für einfache Alltagsaufgaben, was die anhaltende Nachfrage nach gebrauchten Modellen erklärt. Wer heute ein sehr günstiges, aber noch aktuell nutzbares iPhone sucht, findet im 6s trotz seines Alters häufig ein überraschend zuverlässiges Gerät für einfache Alltagsaufgaben wie Telefonie, Nachrichten und Musik.