Smartphone-Nutzung sicher im öffentlichen WLAN

Unterwegs schnell eine Nachricht senden, den Fahrplan prüfen oder mit der Digital Wallet bezahlen, öffentliche WLANs gehören für viele Menschen zur täglichen Smartphone-Nutzung. Im Café, am Bahnhof oder im Hotel ist der kostenlose Internetzugang oft nur einen Klick entfernt. Doch genau hier lauern Risiken. Viele Nutzer unterschätzen, wie leicht persönliche Daten abgefangen werden können. Dieser Artikel zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie öffentliche WLANs sicher nutzen, welche Gefahren es gibt und wie Sie Ihr Smartphone mit einfachen Mitteln schützen. Dabei richten wir uns bewusst an Einsteiger, Reisende und auch Senioren. Sie erfahren, worauf Sie achten sollten, welche Einstellungen wichtig sind und wie Sie typische Fehler vermeiden. So bleiben Ihre Daten geschützt, egal ob Sie E-Mails lesen, soziale Netzwerke nutzen oder unterwegs mobil bezahlen.

Warum öffentliche WLANs ein Risiko für die Smartphone-Nutzung darstellen

Öffentliche WLANs sind praktisch, aber oft schlecht abgesichert. Laut Experten fehlen vielen Hotspots grundlegende Sicherheitsfunktionen. Das bedeutet: Daten können unverschlüsselt übertragen werden. Hacker haben es dadurch leicht, Informationen mitzulesen oder zu manipulieren. Besonders betroffen sind Passwörter, E-Mails und Zahlungsdaten.

Viele Betreiber öffentlicher Netzwerke investieren kaum in Wartung oder moderne Verschlüsselung, da der Internetzugang nur als Zusatzservice gedacht ist. Studien zeigen, dass ein großer Teil offener WLANs noch immer ohne aktuelle Sicherheitsprotokolle arbeitet. Für Angreifer ist das eine Einladung. Bereits einfache Programme reichen aus, um den Datenverkehr anderer Nutzer mitzulesen oder Sitzungen zu übernehmen.

Öffentliches WLAN mag harmlos erscheinen, aber es fehlt oft an den Sicherheitsfunktionen, die für den Schutz Ihrer Daten erforderlich sind. Viele Hotspots sind ungesichert, was bedeutet, dass die von Ihnen gesendeten Daten, von E-Mails bis hin zu Anmeldedaten, für jeden sichtbar sein können, der über die richtigen Tools verfügt.
— Matas Cenys, Saily / datensicherheit.de

Ein weiteres Problem sind gefälschte WLAN-Netze. Diese sehen aus wie echte Hotspots, werden aber von Kriminellen betrieben. Wer sich verbindet, gibt seine Daten direkt preis. Laut Berichten von Sicherheitsexperten und Verbraucherschützern nimmt diese Masche seit Jahren zu. Besonders an Bahnhöfen, Flughäfen oder in Einkaufszentren tauchen solche Fake-Hotspots häufig auf.

Smartphone-Nutzung im öffentlichen WLAN

Sichere Grundeinstellungen für die Smartphone-Nutzung vornehmen

Bevor Sie ein öffentliches WLAN nutzen, sollten Sie Ihr Smartphone richtig einstellen. Das gilt für Android- und iOS-Geräte gleichermaßen. Der erste Schritt: Deaktivieren Sie die automatische WLAN-Verbindung. So verhindern Sie, dass sich Ihr Gerät unbemerkt mit unsicheren Netzen verbindet.

Aktivieren Sie außerdem die Option „Netzwerk vergessen“ für bekannte Hotspots, die Sie nicht regelmäßig nutzen. Das reduziert Risiken deutlich, insbesondere wenn sich Netzwerknamen ähneln. Auch Updates spielen eine wichtige Rolle. Halten Sie Ihr Betriebssystem und alle Apps aktuell. Sicherheitslücken werden so geschlossen, bevor sie ausgenutzt werden können.

Zusätzlich empfiehlt es sich, die Freigabe von Dateien, AirDrop oder Bluetooth im öffentlichen WLAN auszuschalten. Diese Funktionen sind im Alltag praktisch, können aber in fremden Netzwerken ein Einfallstor darstellen. Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Nutzung einer Displaysperre mit PIN, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung. Das schützt Ihre Daten, falls das Smartphone verloren geht oder gestohlen wird.

Für viele Senioren ist dieser Schritt besonders wichtig, da Smartphones oft auch Fotos, Kontakte oder Gesundheitsdaten enthalten. Eine leicht verständliche Anleitung finden Sie auch im Artikel Barrierefreie Smartphone-Nutzung leicht gemacht sowie im Beitrag Barrierefreie Smartphone-Nutzung: Bedienungshilfen und Einstellungen für Menschen mit Einschränkungen.

Gefahren erkennen und typische Fehler vermeiden

Viele Sicherheitsprobleme entstehen durch Unwissenheit. Ein häufiger Fehler ist das Öffnen sensibler Dienste im öffentlichen WLAN. Dazu gehören Online-Banking, E-Mail-Konten oder Cloud-Speicher. Auch die Nutzung einer Digital Wallet sollte vermieden werden, wenn das Netzwerk nicht vertrauenswürdig ist.

Hacker können auch Malware über die Verbindung verbreiten, indem sie beispielsweise eine „erforderliche“ App oder ein Plugin für den Zugang zum WLAN anbieten.
— Matas Cenys, Saily / datensicherheit.de

Installieren Sie niemals zusätzliche Apps, nur um Zugang zu einem WLAN zu erhalten. Seriöse Anbieter verlangen das nicht. Auch Pop-ups mit Warnungen oder angeblichen Sicherheitsprüfungen sind ein Warnsignal. Laut Berichten aus der IT-Sicherheitsbranche nutzen Angreifer diese Methoden gezielt aus, da viele Nutzer aus Zeitdruck unüberlegt klicken.

Ein weiterer typischer Fehler ist das Ignorieren von HTTPS-Hinweisen im Browser. Achten Sie darauf, dass Webseiten verschlüsselt sind. Fehlt das Schloss-Symbol, sollten Sie keine Daten eingeben. Kleine Unachtsamkeiten können sonst große Folgen haben.

Typische Risiken und Schutzmaßnahmen bei öffentlichen WLANs
RisikoTypisches BeispielEmpfohlene Lösung
Ungesichertes WLANOffenes Café-NetzNur verschlüsselte Seiten nutzen
Fake-HotspotKostenloses Bahnhof-WLANNetzwerknamen prüfen
MalwareApp-Zwang beim LoginKeine Installation durchführen

Öffentliche WLANs auf Reisen und im Ausland

Auf Reisen ist die Versuchung groß, jedes verfügbare WLAN zu nutzen. Besonders im Ausland sparen Reisende so Datenvolumen. Doch gerade hier ist Vorsicht geboten. Die Sicherheitsstandards unterscheiden sich stark von Land zu Land. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass Hotel- oder Flughafen-WLANs häufig Ziel von Angriffen sind.

In beliebten Urlaubsregionen werden öffentliche Netzwerke gezielt überwacht, da viele Touristen gleichzeitig online sind. Kriminelle setzen darauf, dass Reisende müde, abgelenkt oder sprachlich unsicher sind. Das erhöht die Erfolgsquote von Betrugsversuchen deutlich.

Nutzen Sie wenn möglich Ihr mobiles Datennetz. Anbieter wie Telekom, Vodafone oder o2 bieten oft gute Abdeckung. Für kurze Aufgaben ist das meist sicherer. Wenn Sie dennoch ein WLAN nutzen müssen, beschränken Sie sich auf einfache Tätigkeiten wie das Lesen von Nachrichten oder das Abrufen von Informationen.

Beim mobilen Bezahlen im Ausland ist besondere Vorsicht nötig. Lesen Sie dazu auch den Beitrag Digital Wallet im Ausland: Mobiles Bezahlen sicher nutzen. Dort erfahren Sie, wie Sie Ihre Digital Wallet zusätzlich absichern und Risiken minimieren. Außerdem lohnt sich ein Blick auf Nachhaltige Smartphone-Nutzung – Energie sparen 2026, um Ihr Gerät effizient und sicher zu verwenden.

Unterstützung für Einsteiger und Senioren

Nicht jeder fühlt sich im Umgang mit Technik sicher. Gerade Senioren oder Einsteiger brauchen klare und einfache Anleitungen. Laut Deutschland sicher im Netz e. V. ist verständliche Aufklärung entscheidend für mehr digitale Sicherheit.

Mit dem neuen Projekt setzen wir bewusst einen inhaltlichen Schwerpunkt auf Menschen, für die digitale Informationen oft zu komplex oder nicht barrierefrei aufbereitet sind.
— Isabelle Rosière, Deutschland sicher im Netz e. V.

Hilfreich ist es, Sicherheitsregeln regelmäßig zu wiederholen und gemeinsam zu üben. Angehörige können dabei unterstützen, indem sie Einstellungen zusammen durchgehen oder erklären, woran man unsichere Netzwerke erkennt. Auch gedruckte Merkzettel oder einfache Checklisten können im Alltag helfen.

Nutzen Sie Hilfsfunktionen wie größere Schrift oder vereinfachte Menüs. Diese erleichtern das Erkennen von Warnmeldungen. Eine gute Ergänzung ist der Artikel Smartphone-Nutzung: Notfallfunktionen richtig einrichten. So sind Sie auch in kritischen Situationen gut vorbereitet und fühlen sich sicherer im Umgang mit dem Gerät.

Jetzt sicher unterwegs surfen

Öffentliche WLANs lassen sich nicht immer vermeiden. Mit dem richtigen Wissen und einfachen Einstellungen können Sie Ihre Smartphone-Nutzung jedoch deutlich sicherer gestalten. Prüfen Sie Netzwerke, vermeiden Sie sensible Aktionen und halten Sie Ihr Gerät aktuell. Denken Sie besonders an den Schutz Ihrer Digital Wallet und persönlicher Daten.

Sicherheit beginnt bei kleinen Entscheidungen: kurz nachdenken, bevor man sich verbindet, und im Zweifel lieber das mobile Netz nutzen. Diese Gewohnheiten kosten kaum Zeit, senken aber das Risiko erheblich. Viele erfolgreiche Angriffe scheitern bereits daran, dass Nutzer aufmerksam bleiben.

Machen Sie Sicherheit zur Gewohnheit. So bleiben Sie flexibel, unabhängig und geschützt, egal ob im Alltag, auf Reisen oder im Café um die Ecke. Ihr Smartphone ist ein wertvoller Begleiter. Behandeln Sie es auch so.