Das Samsung Galaxy Note (GT-N7000) erschien 2011 und gilt als das Gerät, das die Kategorie der Phablets begründete. Mit einem für damalige Verhältnisse riesigen 5,3-Zoll-Display und dem beiliegenden S Pen positionierte sich Samsung bewusst zwischen klassischem Smartphone und Tablet und ging damit ein Risiko ein, das viele Branchenbeobachter zunächst skeptisch beurteilten. Zum Marktstart im Oktober 2011 rief Samsung eine unverbindliche Preisempfehlung von 699 Euro auf, im Handel war das Gerät bereits kurz danach für rund 560 Euro erhältlich. Der kommerzielle Erfolg gab Samsung recht: Aus dem vermeintlichen Nischenprodukt wurde eine eigene Produktlinie, die bis heute Bestand hat.
Einführung
Samsung stellte das Galaxy Note im September 2011 vor, der Verkaufsstart in Deutschland erfolgte am 27. Oktober 2011 zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 699 Euro. Das Gerät sprengte mit seinem Format bewusst die bis dahin gültigen Kategorien und wurde in der Fachpresse häufig als „Smartlet“ bezeichnet – eine Mischung aus Smartphone und Tablet.
| Technische Daten | Wert |
|---|---|
| Marktstart | 27. Oktober 2011 |
| Abmessungen | 146,9 x 83 x 9,7 mm |
| Gewicht | 178 Gramm |
| Display | 5,3 Zoll Super AMOLED, 800 x 1.280 Pixel, ca. 285 ppi |
| Prozessor | Samsung Exynos 4210, Dual-Core, 1,4 GHz |
| Arbeitsspeicher | 1 GB RAM |
| Interner Speicher | 16 oder 32 GB, erweiterbar per microSDXC |
| Betriebssystem | Android 2.3 Gingerbread (Update auf 4.1 Jelly Bean verfügbar) |
| Kamera | 8 MP mit Autofokus und LED-Blitz, Frontkamera 2 MP |
| Akku | 2.500 mAh, austauschbar |
| Ursprünglicher Preis (UVP) | 699 Euro |
Mit dieser Ausstattung war das Galaxy Note zum Marktstart eines der leistungsfähigsten Android-Geräte überhaupt und zugleich das erste Smartphone, das einen digitalisierten Eingabestift als vollwertiges Bedienelement etablierte.
Design und Verarbeitung
Gehäuse
Trotz seiner für die Zeit außergewöhnlichen Abmessungen von 146,9 x 83 x 9,7 Millimetern und einem Gewicht von 178 Gramm ließ sich das Galaxy Note dank der schmalen Displayränder noch mit einer Hand halten, wenn auch nicht immer bequem bedienen. Das Gehäuse bestand aus Kunststoff mit einer strukturierten Rückseite, die einen sicheren Halt bot, jedoch nicht an die Materialanmutung späterer Premium-Smartphones heranreichte. Der austauschbare Akku und der microSD-Kartenslot befanden sich unter der abnehmbaren Rückschale.
Ausstattung
Zur Grundausstattung gehörte der S Pen, ein digitalisierter Eingabestift, der in einer eigenen Aussparung am unteren Gehäuserand verstaut wurde und beim Herausziehen automatisch passende Notiz- oder Zeichen-Apps startete. Ergänzt wurde das Paket durch die üblichen Sensoren eines High-End-Smartphones jener Zeit, einen 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss sowie einen Micro-USB-Anschluss zum Laden und für die Datenübertragung.
Software und Benutzeroberfläche
Das Galaxy Note startete mit Android 2.3 Gingerbread und der Samsung-eigenen TouchWiz-Oberfläche, erhielt im Laufe seines Produktlebens jedoch ein Update auf Android 4.1 Jelly Bean. Im Mittelpunkt der Software stand die Integration des S Pen: Die mitgelieferte App S Memo erlaubte handschriftliche Notizen und Skizzen direkt auf dem Sperrbildschirm oder in laufenden Anwendungen, während weitere Funktionen wie das Ausschneiden von Bildschirmbereichen oder das Beschriften von Screenshots gezielt auf die Stifteingabe zugeschnitten waren. Diese enge Verzahnung von Hardware und Software war zum Marktstart einzigartig und wurde von keinem anderen Hersteller in vergleichbarer Form angeboten. Die Kombination aus großem Display und Stifteingabe zielte gezielt auf Nutzer, die ihr Smartphone auch für Notizen, einfache Skizzen und die Bearbeitung von Dokumenten einsetzen wollten. Auch die vorinstallierten Samsung-Anwendungen berücksichtigten das große Display: Der E-Mail-Client, der Kalender und der Browser nutzten den zusätzlichen Platz für großzügigere Ansichten, die auf kleineren Smartphones jener Zeit schlicht nicht möglich gewesen wären.
Display
Das 5,3 Zoll große Super-AMOLED-Display löste mit 800 x 1.280 Pixeln bei einer Pixeldichte von rund 285 ppi auf und war mit Gorilla Glass geschützt. Für ein Gerät dieser Größe bot das Display kräftige Farben und einen hohen Kontrast, wie es für die AMOLED-Technologie typisch war. Für die Handschrift- und Zeichenfunktionen des S Pen war die Displaygröße dabei kein Nachteil, sondern ein zentraler Vorteil gegenüber deutlich kleineren Smartphone-Displays der Konkurrenz.
Leistung
Der Exynos-4210-Prozessor mit zwei Kernen und 1,4 GHz Taktfrequenz sowie 1 GB Arbeitsspeicher zählten 2011 zur Spitzenklasse und ermöglichten eine für damalige Verhältnisse flüssige Bedienung, auch bei anspruchsvolleren Anwendungen und dem gleichzeitigen Einsatz mehrerer S-Pen-Funktionen. Im Alltag zeigte sich das Galaxy Note dem Großteil der zeitgenössischen Android-Smartphones ebenbürtig oder überlegen. Mit zunehmendem Alter und späteren Software-Updates ließ die gefühlte Reaktionsfreudigkeit, wie bei Smartphones dieser Generation üblich, mit der Zeit nach.
| Kerndaten | Samsung Galaxy Note (N7000) |
|---|---|
| Erscheinungsjahr | 2011 |
| Displaygröße | 5,3 Zoll |
| Auflösung | 800 x 1.280 Pixel |
| Prozessor | Exynos 4210, Dual-Core, 1,4 GHz |
| Kamera | 8 MP mit Autofokus und LED-Blitz |
| Akku | 2.500 mAh, austauschbar |
| Besonderheit | Integrierter S Pen mit Digitizer |
Kamera
Die Hauptkamera löste mit 8 Megapixeln auf, verfügte über Autofokus und einen LED-Blitz und nahm Videos in Full-HD-Auflösung (1080p) auf. Die Frontkamera mit 2 Megapixeln eignete sich für einfache Videotelefonie. In der Praxis lieferte die Hauptkamera bei ausreichendem Licht ordentliche, kontrastreiche Aufnahmen und zählte zum Marktstart zu den besseren Smartphone-Kameras ihrer Klasse. Ergänzend standen Funktionen wie Panoramaaufnahmen und verschiedene Szenenmodi zur Verfügung. Dank des großen Displays diente das Galaxy Note zudem als komfortabler Sucher: Anders als bei kleineren Smartphones ließen sich Bildausschnitt und Fokuspunkt deutlich genauer beurteilen, bevor der Auslöser gedrückt wurde.
Konnektivität
Das Galaxy Note unterstützte je nach Marktversion HSPA oder LTE für schnelles mobiles Internet sowie WLAN nach dem Standard 802.11 a/b/g/n. Bluetooth 3.0 ermöglichte die Kopplung mit Zubehör, ein integriertes NFC-Modul erlaubte kontaktlose Datenübertragung, und GPS mit A-GPS- sowie GLONASS-Unterstützung sorgte für eine zuverlässige Positionsbestimmung. Diese umfassende Konnektivitätsausstattung entsprach dem Standard eines High-End-Smartphones der Zeit und ließ dem Gerät kaum Wünsche offen.
Akku und Ausdauer
Der austauschbare 2.500-mAh-Akku ermöglichte laut Herstellerangaben eine Sprechzeit von bis zu 26 Stunden im 2G-Netz beziehungsweise rund 13,5 Stunden im 3G-Netz. Angesichts des großen, leuchtstarken Displays und der leistungsfähigen Hardware war das ein solider, aber kein überragender Wert. Bei intensiver Nutzung mit Internetzugriff, S-Pen-Funktionen und Kamera musste das Galaxy Note in der Regel täglich aufgeladen werden, was für ein Smartphone dieser Leistungsklasse jedoch üblich war. Der austauschbare Akku erlaubte zumindest den unkomplizierten Wechsel gegen einen Ersatzakku unterwegs.
Warum wird das Modell noch heute gesucht?
Das Samsung Galaxy Note gilt als der Wegbereiter der heutigen großformatigen Smartphones. Bevor das Note erschien, galten Displaygrößen jenseits von vier Zoll in der Branche als unpraktisch; wenige Jahre später orientierten sich nahezu alle Hersteller an den vom Note gesetzten Maßstäben. Für Technikinteressierte und Sammler markiert das Gerät daher einen historischen Wendepunkt in der Smartphone-Entwicklung. Hinzu kommt die bis heute anhaltende Faszination für den S Pen, der viele Funktionen vorwegnahm, die erst Jahre später in der breiten Smartphone-Landschaft ankamen. Diese Kombination aus historischer Bedeutung und dem nach wie vor einzigartigen Stift-Konzept sorgt für ein anhaltendes Nostalgie-Interesse am Originalmodell. Viele Nutzer, die das Gerät seinerzeit besaßen, erinnern sich zudem an die teils hitzige öffentliche Debatte über die „richtige“ Smartphone-Größe, die das Galaxy Note damals auslöste – eine Diskussion, die aus heutiger Sicht mit deutlich größeren Standarddisplays kaum noch nachvollziehbar wirkt, aber den kulturellen Einfluss des Geräts unterstreicht.
Fazit
Das Samsung Galaxy Note bewies 2011, dass ein großes Display kein Nachteil, sondern ein eigenständiges Verkaufsargument sein kann. Mit dem S Pen schuf Samsung ein Bedienkonzept, das Smartphone und Notizblock erstmals sinnvoll miteinander verband, und legte damit den Grundstein für eine ganze Geräteklasse. Leistungsfähige Hardware, ein für seine Zeit hervorragendes Display und eine solide Kamera machten das Gerät zu einem der bedeutendsten Android-Smartphones seiner Generation. Auch wenn die Displaygröße 2011 noch als gewagt galt, hat sich die vom Galaxy Note eingeschlagene Richtung längst als Standard durchgesetzt – ein Umstand, der die anhaltende historische Relevanz und Nostalgie um dieses Modell erklärt.